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Proviant für die nächsten 100 Jahre

mürrenAuf den Tag genau 100 Jahre nach der ersehnten Verwirklichung einer Sektion Lauterbrunnen des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) feierten 130 Freunde der Berge im Restaurant Winteregg würdig das grosse Jubiläum.

«Weil mir ob der Herrlichkeit unserer Talschaft immer wieder die Worte fehlen, heisse ich die Besucher auf der Gemeindehomepage mit einem Zitat von Lama Govinda willkommen», sagte Peter Wälchli am Samstag auf Winteregg. Um der Grösse eines Berges gewahr zu werden, müsse man ihn aus einer gewissen Distanz betrachten, habe Ernst Lothar Hoffmann alias Lama Govinda erklärt. Der Gemeindepräsident wünschte der jubilierenden SAC-Sektion auch für die nächsten 100 Jahre Freude und Liebe zu Bergen und Kameradschaft. In der Folge fehlte es am fidelen Jahrhunderthöck nicht an anerkennenden und launigen Worten. Die Skiklubs und andere dem SAC nahestehende Vereine aus dem Tal sowie befreundete Sektionen stiessen mit der Jubilarin auf weitere 100 Jahre an – und unterstützten mit Geschenken für Hüttenbau und Jugendorganisation zwei ihrer Eckpfeiler. Schärfer, mit einer Pfeffermühle für die Lobhornhütte, trumpfte Beat Siegenthaler vom 125-jährigen Bergführerverein Lauterbrunnental auf. Andreas Burgener verteilte an die Vorstandsmitglieder der Lauterbrunner Sektion vierzehn Lunchsäcke. «Proviant soll euch den Zugang zur Natur erhalten. Das wird in Zukunft Kraft brauchen», meinte der Präsident der eng verbundenen Sektion Weissenstein. Wie viel Alpenschutz?Frank-Urs Müller konstatierte, die Pro-und-Kontra-Ansichten zum Schutz des Hochgebirges hätten sich in 100 Jahren nicht verändert. Der Präsident des Schweizer Alpen-Clubs zitierte einen Antrag der Sektion Basel aus dem Jahre 1911: «Es ist eine hohe Aufgabe des SAC, für die Wahrung der Schönheit des schweizerischen Hochgebirges einzustehen und unser Volk vor moralischen Schädigungen, welche der Fremdenverkehr im Gefolge haben kann, zu schützen, soweit seine Kräfte reichen.» Der Antragsteller habe sich vor 100 Jahren als Gegner aller Unternehmungen erklärt, welche das eigentliche Schnee- und Eisrevier der Technik im Dienste der Fremdenindustrie auslieferten. «Es lohnt sich, im kommenden Sommer im Lauterbrunnental zu bleiben», versicherte Martin Schmied als Präsident des Vereins Jungfrau 4000 plus. Das Jubiläum «200 Jahre Erstbesteigung der Jungfrau» werde gebührend gefeiert – notabene im Naturalienkabinett Lauterbrunnental, wie René Feuz in einer Geschichte von 1783 gelesen hatte. Mit Kapelle und Komik Der Präsident der 100-jährigen Sektion und sein Team hatten am Samstag ein buntes Fest wie im Bilderbuch organisiert – analog dem prächtigen Jubiläumsband «Jungfrau» von Peter Brunner. So heiter wie nach einer Vorstandssitzung von 1914 wurde es aber nicht. Das gesellige Fest liess sich wegen Bahnanschlüssen nicht verlängern, und das Tal präsentierte sich unverändert eng. Aber die Tanzkapelle Gletscherschären heizte die gute Stimmung an. Die Feuerwehr konnte sich jedoch auf eine Einmannschau beschränken. Komiker Stöff Baur aus Spiez vermochte sein freches Mundwerk selber zu löschen. Ferdinand Waespe>

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