Zum Hauptinhalt springen

Profi-Steinhauer zeigen ihre Kunst

Lilian H. Zürcher und Erich Salvisberg gehören zu den Künstlern, die in der Kulturmühle Lützelflüh derzeit ihre Objekte ausstellen. So unterschiedlich ihre Skulpturen sind, so stark unterscheidet sich auch ihre Arbeitsweise.

Auf einem Eisensockel, eingebettet in Kirschbaumzweige, liegen zwei spiralförmige Steinskulpturen. «Die Idee dazu hatte ich schon lange im Kopf», erläutert die Steinbildhauerin Lilian H. Zürcher ihr Kunstobjekt, das den Namen «Nestwärme» trägt. Denn vor einigen Jahren habe ihr ein Mann die Frage gestellt: «Wie würdest du die Weiblichkeit darstellen?» Was in Gedanken schon längst ausgereift war, wurde nun eigens für die Ausstellung «Geformte Steine» in der Kulturmühle Lützelflüh realisiert. «Die schneckenförmige Windung symbolisiert die Spirale der Weiblichkeit, und die Kirschbaumzweige erinnern an ein Nest», erklärt die zweifache Mutter, die zum dreiköpfigen Organisationsteam der Ausstellung gehört. Mit Spitzeisen und Fäustel Die Äste stammten von einem Kirschbaum, der direkt neben ihrem Atelier in Schüpbach stehe, erklärt die Bildhauerin. Unter dem Schatten spendenden Baum sei auch der Prototyp des Modells entstanden. Ohne Maschinen, nur mit Spitzeisen und Handfäustel, bearbeitete sie den Laufener Kalkstein, bis er die von ihr gewünschte Form hatte. Der Stein sei nicht sehr hart und gut zu gestalten, erklärt die 32-Jährige. Unter den 16 ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern vertreten ist auch Erich Salvisberg, Inhaber der E. Salvisberg AG in Rüegsau. Sein Werk trägt den Namen «Die 3 Schwestern». Wie der Titel erahnen lässt, sehen sich die drei rund 40 Zentimeter hohen Skulpturen recht ähnlich. Dennoch gibt es augenscheinliche Unterschiede wie beispielsweise die verschiedenen Körpersilhouetten der Frauen. Zudem wurden für die Skulpturen drei andersartige Steine verwendet. Er habe die Figuren auf dem Zeichenblatt entworfen, erklärt Salvisberg und spricht dabei von einer Blitzidee. Die Arbeiten am Stein hätten danach zwei seiner Mitarbeiter übernommen. Dabei sei das meiste maschinell verrichtet worden, erklärt der 60-Jährige. Fachsimpeln unter Kollegen Zürcher und Salvisberg haben einiges, was sie verbindet, denn während ihrer vierjährigen Lehre zur Steinbildhauerin absolvierte Zürcher die Hälfte ihrer Ausbildung bei der Firma Salvisberg – und heute bezieht die Schüpbacherin, wie übrigens viele ihrer Berufskollegen, die Steine in ebendiesem Unternehmen. Denn die Firma stellt nicht nur Küchenabdeckungen und Grabsteine her, sondern beliefert auch die Steinbildhauer mit Material. «Ich bestelle regelmässig Ware», sagt Zürcher, die in ihrem Atelier vorwiegend Grabmale herstellt. Meist werde am Telefon mit Erich nicht nur gefachsimpelt, sondern auch über private Dinge gesprochen. Lob des Meisters Auch während der Vernissage findet sich Zeit für ein kurzes Gespräch. «Einwandfreie Arbeit», lobt Salsvisberg, der kniend die Skulptur seiner ehemaligen Lernenden betrachtet. Aber auch Zürcher hat rühmende Worte für «Die 3 Schwestern», die sie bereits im Vorfeld studiert hat. «Obwohl mehrere Menschen am Objekt gearbeitet haben, wirkt es sehr harmonisch.» Jacqueline Graber >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch