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Pro Natura will keinen Neubau

Eine Einsprache von Pro Natura gegen den geplanten Neubau des Betriebsgebäudes der Air-Glaciers Lauterbrunnen stösst auf Unverständnis. Der Entscheid des Bundesamtes für Zivilluftfahrt wird im Sommer erwartet.

«Die Aktivitäten der Air-Glaciers-Basis Lauterbrunnen widersprechen teilweise dem geltenden Recht»: Hans Fritschi als Vizepräsident von Pro Natura Berner Oberland will mit einer Einsprache den Neubau des Bürotraktes der Air-Glaciers in Lauterbrunnen verhindern. Die Organisation hat gegen das Bauvorhaben der Air-Glaciers Einspruch erhoben. Gab es illegale Landungen? Die Einsprache von Pro Natura richtet sich an die fliegerischen Tätigkeiten des Unternehmens: «Beispielsweise wurden Ende August 2009 bei Transporten von Wingsuit-Fliegern mehrmals illegale Landungen praktiziert», heisst es darin. Zugenommen hätten auch Incentive-Flüge: «Diese belasten nicht nur die geschützte Fauna, sondern auch die Einheimischen und Touristen, die in diesem Herzstück des Unesco-Weltnaturerbes Ruhe und Erholung suchen.» Laut der Einsprache von Pro Natura «gefährden die zum Teil dekadenten Aktivitäten einzelner Personen so den qualitativ hochstehenden Tourismus und damit den Grundpfeiler der Wirtschaft in der Region». «Von illegal keine Rede» Der Basisleiter der Air-Glaciers Lauterbrunnen, Christian von Allmen, hat wenig Verständnis für die Argumente der Einsprecher: «Von illegalen Flügen kann keine Rede sein. Bei den von Pro Natura gerügten Flügen von Wingsuit-Fliegern hatten wir einen kommerziellen, vom Bundesamt für Zivilluftfahrt bewilligten Transportauftrag. Und die Helikopterlandeplätze der Region bestanden schon vor dreizehn Jahren, als ich bei der Air-Glaciers zu fliegen begann.» Als gebürtiger Lauterbrunner weiss von Allmen (Bild) um die Wichtigkeit der Helikopterfliegerei im Tal: «Von den verschiedenen Landeplätzen im Tal aus werden nicht nur Spezialmaterialtransporte in die verkehrsfreien Kurorte von Mürren und Wengen geflogen. Auch bei Rettungseinsätzen erleichtern uns diese Plätze die Arbeit.» «Nichts mit Projekt zu tun» Von den illegalen Flügen, die Pro Natura in ihrer Einsprache aufführt, hat das für die Flugsicherheit und Bewilligungen zuständige Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) keine Kenntnis. Bazl-Sprecher Anton Kohler dazu: «Wenn die Einsprecher illegale Flugbewegungen festgestellt haben, können sie an unsere Anlaufstelle gelangen. In einem Baugesuch haben solche Begründungen, die mit dem Bauprojekt nicht in Zusammenhang stehen, nichts zu suchen.» Anton Kohler bestätigt im Übrigen auf Anfrage den Eingang einer zweiten Einsprache durch eine Privatperson. Neubau, nicht Anbau Den beabsichtigten Neubau des Bürotraktes begründet Basisleiter Christian von Allmen wie folgt: «Das Gebäude aus der Zeit der Firmengründung ist schlecht isoliert, entspricht längst nicht mehr den heutigen Normen und beschert uns enorm hohe Stromrechnungen. Es ist höchste Zeit zur Modernisierung.» Von Allmen betont denn auch, «dass es sich nicht um einen Ausbau, sondern einen Neubau des bestehenden Bürotraktes handelt». Der Entscheid des Bazl wird im Verlaufe des Sommers erwartet. Bazl-Sprecher Anton Kohler: «Der Gesuchsteller hat im Falle einer abschlägigen Verfügung die Möglichkeit, den Fall an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen.» Bruno Petroni >

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