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Politik traf in der Selve auf Kultur

Der SP-Regionalverband Thun und die Grünen Region Thun luden am Mittwoch zu einer etwas anderen Wahlveranstaltung ein.

«Ist sonst noch jemand da, der bürgerlich wählt?», fragte der Komiker Gerhard Tschan aus Steffisburg gleich zu Beginn die rund 100 in der Konzept-Halle 6 erschienenen Interessierten. An dem unter dem Motto «politics meets culture» (Politik trifft Kultur) stehenden Abend im Thuner Selve-Areal fühlten je drei Grossratskandidierende (Bisherige und Neue) in drei Runden den Regierungsmitgliedern Barbara Egger-Jenzer (SP), Bernhard Pulver (Grüne) und Andreas Rickenbacher (SP) auf den Zahn. Themenschwerpunkte waren Energie, Verkehr, Bildung und Wirtschaft. Für Würze im Wahlkampf «Mit Ihrer Kritik an den Wirtschaftsverbänden haben Sie etwas Würze in den eher flauen Wahlkampf gebracht», sagte Moderator Stefan Geissbühler, Newschef der «Berner Zeitung», zu Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher. «Es nervt mich, dass der Kanton Bern vor den Wahlen schlechtgemacht wird», begründete dieser sein Vorgehen. Über alle Steuerkategorien betrachtet, bewege sich der Kanton im Mittelfeld, betonte Rickenbacher. In der ersten Runde fühlten Regina Fuhrer, Franz Schori (beide SP) und Peter Stutz (Grüne) Barbara Egger auf den Zahn. Ihre Anliegen betrafen das neue Energiegesetz, das Kernkraftwerk Mühleberg und den «atomfreundlichen» Verwaltungsrat der BKW. Egger bekannte sich als Gegnerin von weiteren Kernkraftwerken. Sie gab jedoch zu bedenken, dass es nicht, wie angeregt, so einfach wäre, den BKW-Verwaltungsrat kurzfristig auszuwechseln. Egger gehört dem Gremium als Vertreterin des Kantons Bern an. Gegen die Streichung von Bundessubventionen für schwach frequentierte Buslinien werde man sich vehement wehren, versicherte die Regierungsrätin einer Votantin aus dem Publikum. Andreas Blaser und Sandra Rupp (beide SP) und Annekäthi Zenger (Grüne) lagen bildungspolitische Fragen am Herzen. So kamen die sich in kurzen Abständen folgenden Reformen im Schulwesen, die Tagesschulen und die Selektion in der Volksschule aufs Tapet. «Veränderungen sind notwendig», betonte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver. Als komplex und heikel bezeichnete er das Thema der Selektion an Volksschulen. Über Schiffe und Flugzeuge Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher wurde von Elisabeth Bregulla (Grüne), Hansruedi Roth und Marcel Schenk (beide SP) mit Fragen zur Schifffahrt Berner Oberland, Landwirtschaftspolitik und Jugendarbeitslosigkeit konfrontiert. «Die Schifffahrt und der Flughafen Bern-Belp dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden», gab Rickenbacher zu bedenken. Zur Erhaltung einer leistungsfähigen Landwirtschaft erachtet er eine kantonsübergreifende Raumplanung als unumgänglich. Der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit diene unter anderem der Lehrstellenbericht und die Schaffung zusätzlicher Stellen für die Belange der Jugendlichen bei der regionalen Arbeitsvermittlung RAV. In seinen Einlagen zwischen den Gesprächsrunden nahm der Komiker Gerhard Tschan die Politiker auf die Schippe und strapazierte damit die Lachmuskeln des Publikums. Für musikalische Unterhaltung sorgte der Thuner DJ Ride. Hans Kopp>

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