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Poleposition mit Gegenwind

Welches ist die beste Streckenführung für den Westast der A5 in Biel? Nächste Woche legt der Kanton die Karten auf den Tisch.

Sie hat einen schönen Namen, der gar nicht zu dem passen will, was sie ist: die stark befahrene Seevorstadt in Biel. Dass der Halbanschluss Seevorstadt für den Westast der Umfahrung A5 in dieser Region gebaut werden könnte, erstaunt nicht. Dennoch war die Opposition gegen diesen Anschluss bereits innerhalb der A5-Begleitgruppe gross. «Wird der Halbanschluss so gebaut, wie er uns im vergangenen November dargelegt wurde, hat die bisher von vielen favorisierte Variante 3+ keine Chance», glaubt der freisinnige Umweltpolitiker Peter Moser, Mitglied der Begleitgruppe. Die Variante 3+ sieht je einen Halbanschluss in der Seevorstadt und im Zentrum von Biel vor. Häuser müssten dem strittigen Anschluss weichen. Moser rechnet «mit gut einem halben Dutzend», die abgerissen oder versetzt werden müssten. Mehr zu erfahren gebe es aber erst an der Pressekonferenz, die der Kanton am Montag in Biel abhält, sagt Biels Baudirektor Hubert Klopfenstein. See aufschütten Moser hofft nun, dass Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer an der Orientierung eine verbesserte Version des Halbanschlusses Seevorstadt vorstellen wird. Vorschläge hat Moser einige: Man könnte den Anschluss Seevorstadt näher zum See verlegen. Der Berner Gross- und Bieler Stadtrat erinnert daran, dass der See in den 70er-Jahren aufgeschüttet und so das Ufer verschoben wurde. Auch könnte die durchgehend offene Strecke überdacht werden wie der Anschluss Biel-Zentrum, sagt Moser. Das würde aber eine zweite Spur im Tunnel Richtung Neuenburg bedingen, ähnlich dem Halbanschluss Biel-Zentrum. Die Überdachung hätte für die Bewohnerinnen und Bewohner der Alpenstrasse den Vorteil, dass die Lärmbelästigung verringert würde. Schlachthof Lob und gleichzeitig Vorbehalte gegenüber der präzisierten Stossrichtung drei, der aktuellen Variante 3+, hat André König von Pro Velo. Auch er favorisiert diese Variante, fokussiert seine Kritik jedoch auf den möglichen Anschluss im Zentrum. Dass der Guido-Müller-Platz nicht mehr als Standort diskutiert werde, kritisiert König. «Mir scheint, man legt sich nun auf die Variante in der Nähe des Schlachthofs fest», sagt er. Dabei werde diese Region auch von Fussgängern und Velofahrenden stark beansprucht, was sich nur schlecht mit dem Autobahnanschluss vertrage. Planung mit Regiotram «Würde das Regiotram durch das Stedtli Nidau geführt, hätten wir bezüglich A5-Zentrumsanschluss neue Möglichkeiten», gibt König zu bedenken. Dies müsse bei der Planung des Westasts in die Überlegungen einbezogen werden. Das Regiotram verbindet frühestens ab 2018 das rechte Seeufer mit dem Bözingenfeld. Noch ist unklar, ob das Tram mitten durch das Stedtli fahren oder das Trassee der BTI-Bahn am Rande Nidaus benutzen soll. König ist Mitglied der kritischen Organisationen, die vor gut einem Jahr für eine vergleichbare Prüfung der Variante ohne einen Anschluss Biel-Zentrum gefordert hatten. Nun ist die Gruppierung von Umweltverbänden und linken Parteien erneut alarmiert. So befürchtet Urs Scheuss, Mitglied der Regionalgruppe Biel des VCS, dass nicht alle Varianten auf demselben Planungsstand sind und nicht miteinander verglichen werden können. «Wir sind gespannt auf Montag», so Scheuss. Claudia Kenan/bt>

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