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Pionier der Waldpädagogik

Franz Lohri (63) gilt als Pionier der Waldpädagogik in der Schweiz. Das

«Ich sagte mir, wir sollten die Kinder nicht mit dem Waldsterben konfrontieren, sondern mit dem Waldleben.» Franz Lohri aus Aarwangen ist Waldpädagoge und ein Pionier auf diesem Gebiet. Seine Kampagne nannte er bewusst «Wald erleben». Heute engagiert er sich unter anderem für die Ausbildung von Förstern zu Waldpädagogen. Waldpädagogik ist ein Bildungsangebot, das Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen den komplexen Lebensraum Wald näherbringen soll. Erlebnisse in der Natur sollen helfen, den Wald besser zu verstehen. «Dem Wald zuwenden» Die Geschichte der Waldpädagogik begann in den 1980er-Jahren, als das Waldsterben ein grosses Thema war. «Wir müssen uns vermehrt dem Wald zuwenden.» Diese Erkenntnis veranlasste Franz Lohri 1985 zur Begründung der Wald-Jugend-Wochen. Nach einer Ausbildung zum Primarlehrer hatte er ein Biologiestudium absolviert und war damals im Zentrum für Umwelterziehung in Zofingen tätig. Nach zwei Jahren fanden die Verantwortlichen, das Projekt müsse unbedingt eine Fortsetzung finden. Zu diesem Zweck wurden Lehrpersonen, Jugendgruppenleiter und Förster für weitere Projekte geschult, die fortan «CH Waldwochen» genannt wurden. Auf Ungarisch Franz Lohri war bis 1998 Leiter dieser Organisation, die sich dann neu strukturierte und sich den Namen Silviva gab. Die Förster, die sich zu Waldpädagogen ausbilden lassen, erhalten nach Absolvierung des Lehrganges ein Zertifikat. Lohri war in den letzten Jahren auch international tätig. «Vor allem in Österreich konnte ich mithelfen, die Försterweiterbildung in diesem Bereich aufzubauen», berichtet er. «Sehr glücklich bin ich darüber, dass ich auch in Ungarn die Waldpädagogik fördern konnte.» Ebenso erfreut ist der 63-Jährige, dass das von ihm erarbeitete Lehrmittel «Treffpunkt Wald» auch in Ungarisch übersetzt worden ist. Leider habe in der Schweiz die Waldpädagogik der Förster noch zu wenig Breitenwirkung erreicht, meint Lohri. «Es sind aber gute Anzeichen da. Der Kanton Bern nimmt mit dem Projekt ‹Treffpunkt Berner Wald› eine Pionierrolle ein.» Dabei werden Schüler der 5. Klasse gratis einen Tag lang durch den Wald geführt (siehe Kasten). Einer der Förster, der sich für diese Aufgabe weitergebildet hat, ist Revierförster Peter Widmer aus Rütschelen. Naturerlebnis im Wald Das Ziel bei diesen Waldführungen ist, den Kindern und Jugendlichen eine unmittelbare Begegnung mit der Natur zu vermitteln. «Das ist wichtig, weil sie heute schon früh und einseitig mit der technischen und medialen Welt konfrontiert werden», sagt der Waldpädagoge. Für ein Naturerlebnis sei der Wald gut geeignet. «Er bietet für jede Altersstufe ein erzieherisches Potenzial. Ein Kind in der Vorschulzeit soll im Wald spielen können und die Jahreszeiten wahrnehmen. Ältere Schüler erfahren, wie der Mensch den Wald nutzt und pflegt.» «Die gleichzeitige Bedrohung von Natur und Mensch in der heutigen Zeit», nennt Franz Lohri als Motivation für sein Engagement. Er wohnt seit 1990 in Aarwangen, in einem Haus mit grossem Garten. Zeichnen und Fotografieren begleiten als künstlerische Tätigkeit seine naturwissenschaftlichen Studien, die er in seiner «Werkstatt Biosophie» betreibt. Berty Anliker •www.silviva.ch >

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