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Pegelstände der Flüsse liegen unter dem langjährigen Mittel

OberlandNiedrige Wasserpegelstände, ausgetrocknete Bachbetten und fast leere Speicherseen. Das Wasser ist

Die Aare hat in den letzten Tagen ihr Aussehen verändert, durch die niedrigen Pegelstände entstanden vielerorts ganz neue Flusslandschaften. Aus der berühmten Welle der Aare unterhalb von Uttigen bei der Bahnbrücke ist ein Bach geworden, die Trockenheit hat Spuren hinterlassen. Weiter oben in Interlaken ist die Aare noch besser genährt, hier ragen lediglich einige Steine aus dem Wasser. Unter dem Monatsmittel Gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) ist in den nächsten Tagen mit stabilen Abflüssen und Wasserständen zu rechnen. Das geht aus dem gestern veröffentlichten hydrologischen Bulletin hervor. Denn in den vergangenen Tagen fielen lediglich 10 bis 20 Millimeter Niederschlag. Auf die Wasserführung an den Fliessgewässern hatte dies kaum Auswirkungen. Gemäss Bulletin wurden an zahlreichen kleineren bis mittleren Fliessgewässern Abflussmengen registriert, welche deutlich unterhalb der langjährigen Monatsmittel liegen. Demzufolge wurde auch an grösseren Flüssen wie der Aare relativ kleine Abflussmengen gemessen. «Die Wasserstände der grösseren Seen befinden sich derzeit überwiegend auf dem für die Jahreszeit üblichen Niveau», steht weiter im Bericht. Schiffe sind unterwegs Michael Lüthi, Leiter BLS Schifffahrt, sagt dazu: «Die niedrigen Pegelstände sind mit ein Grund dafür, dass wir im Winter keine Fahrten anbieten.» Trotzdem sind Schiffe auf dem Thunersee unterwegs: «Die Schiffländten werden von der Seeseite her repariert und auf dem kleinsten Schiff der Flotte, der Stockhorn, werden Schiffsführer ausgebildet.» Die Vorsaison beginnt am Karfreitag, 22.April. Trotz tiefer Pegel gibt es aber keine Wasserknappheit, wie Brunnenmeister Hans Rudolf Jaun aus Beatenberg auf Anfrage berichtet: «Wir verfügen über genügend Wasser, aber es herrscht kein Überfluss.» Die Bäche seien zwar vielerorts ausgetrocknet, doch die Quellen sprudelten. Zudem reagierten diese schnell auf Schneeschmelze, das sei auch dem Karstgebiet oberhalb der Gemeinde zu verdanken. «Früher gab es noch trockenere Winter, da mussten wir Wasser von Interlaken heraufpumpen», gibt er zu bedenken. Niedrige Wasserstände weisen auch die Speicherseen im Oberland auf. Simon Bickel von den Jungfraubahnen: «Wir haben noch genügend Wasser, um unseren Bedarf abzudecken.» Auf Grindelwald-First gebe es ausreichend Wasser dank dem Bachalpsee. Zudem wurde Wasser von Wengen in die Speicherseen im Gebiet Kleine Scheidegg gepumpt, sodass die Bahnen auch dort ihren Wasserbedarf zur Beschneiung abdecken können. Mehr Sauerstoff im Wasser «Der Wasserstand ist tief, das ist nicht aussergewöhnlich für die kalte Jahreszeit», sagt der kantonale Fischereiinspektor Thomas Vuille. Die Fische könnten ihre Körpertemperatur senken, sich lange Zeit ruhig verhalten und bräuchten so nur wenig Energie zum Überleben. Im kalten Wasser habe es zudem mehr Sauerstoff. «Tiefe Pegelstände in der Sommerzeit wären schlimmer.» Etwas Wasser täte gut, «aber nicht zu viel, sonst können Laichgruben, beispielsweise von Bachforellen, ausgespült werden». Gemäss Bafu ist in den nächsten Tagen schweizweit mit stabilen Abflüssen und Wasserständen zu rechnen. Erwartet werdenam Sonntag gelegentliche Niederschläge.Fritz Lehmann>

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