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«Pausen sind nötig, um Kraft zu tanken»

Albert Rösti Die Wahl

«Wenn man sich nicht die Freiheit nimmt, mal eine Pause einzulegen, leidet langfristig die Qualität der Arbeit», sagt Albert Rösti. Der 44-jährige SVP-Gemeinderat aus Uetendorf wurde am Sonntag mit 99128 Stimmen in den Nationalrat gewählt – als siebter von acht Parteikollegen. Seit das Ergebnis kurz vor 23 Uhr am Sonntagabend im Berner Rathaus bekannt gegeben wurde, hatte der Direktor des Verbands der Schweizer Milchproduzenten freilich kaum Gelegenheit zur Pause. «Meine Frau konnte mir gerade noch zur Wahl gratulieren, als mir auch schon die ersten Mikrofone von Journalisten entgegengestreckt wurden», sagt Rösti am Tag nach seiner Wahl. Nach dem Interviewmarathon und einem kurzen Schlummertrunk zur Feier des Tages mit Verwandten habe er sich spätnachts noch an den Computer gesetzt und E-Mails beantwortet – und bereits gestern um 7 Uhr in der Frühe klingelte wieder das Telefon; Journalisten von Lokalen Medien fragen nach dem frischgebackenen Nationalrat, und Freunde und Bekannte wollen ihm zur Wahl gratulieren. Erfahrungen sammeln Erst der Termin mit dieser Zeitung nach dem Mittag konnte Rösti nutzen, um kurz innezuhalten und sich einen Kaffee zu gönnen. Während neben ihm das Handy unablässig den Eingang von Anrufen, SMS und E-Mails vermeldet, spricht Rösti über Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Finanzpolitik als seine Schwerpunkte. Aktuelle Themen wie Cleantech oder Eurokrise spricht er von sich aus nicht an. Warum? «Weil mir Wirtschafts- und Finanzthemen auf Grund meiner beruflichen und persönlichen Erfahrungen am nächsten liegen.» Wohl sei es als Bundesparlamentarier wichtig, bei allen Themen einen «minimalen Überblick» zu haben. «Aber eine 54-köpfige Fraktion braucht auch Spezialisten.» Ob die grösste Bundeshausfraktion dem Neuling derweil die Chance bietet, sich zu profilieren, weiss er noch nicht. «Zuerst gilt wohl Erfahrungen sammeln und lernen», ist sich Rösti bewusst. Er ist jedoch überzeugt, aufgrund seiner beruflichen Präsenz in Bundesbern, aber auch wegen seiner Vergangenheit in der kantonalen Verwaltung gerüstet zu sein, um bald Akzente setzen zu können. «Das bin ich den Wählern schuldig.» Gerade der Wahlgang vom Sonntag habe gezeigt, wie wenig es brauche, dass bisherige Amtsinhaber abgewählt würden. Rösti rechnet damit, dass ihn das Nationalratsmandat «bis zu 50 Prozent» in Beschlag nehmen wird. Seinen Job als Direktor bei Swiss Milk will er aber behalten. «Wir haben schon im Vorfeld mit der Geschäftsleitung über eine mögliche Umverteilung der Aufgaben gesprochen», sagt Rösti. Und: «Falls ich im November wieder in den Uetendorfer Gemeinderat gewählt werde, möchte ich gerne Bildungsverantwortlicher bleiben.» Es ist spürbar: Rösti politisiert aus und mit Leidenschaft. Die Aufgaben, welche die Ämter mit sich bringen, will Rösti «schwergewichtig» montags bis samstags erledigen. «Der Sonntag gehört wenn immer möglich der Familie», sagt er. Das sei die Pause, die er brauche, um für intensive Zeiten Kraft zu tanken. «Damit ich parat bin, wenn wieder Phasen kommen wie zuletzt im Wahlkampf, wo ich fast sieben Tage die Woche Tag und Nacht unterwegs war.» Marco Zysset>

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