Zweite Chance für den Fiescherblick

Grindelwald

Bei der Bauruine gleich neben der Kirche soll ein Hotel mit 141 Gästebetten entstehen. Die Baupublikation liegt nun auf, ebenso die Änderungen an der Überbauungsordnung.

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Ausländische Investoren machen vorwärts mit der Bauruine gleich neben der reformierten Kirche in Grindelwald. Im aktuellen Anzeiger Interlaken ist nachzulesen, dass die englische Investmentbank Tudortree Properties aus London einen Neubau und die Erweiterung der halb abgerissenen Hotel Fiescherblick plant, die Bau- und Gewässerschutzpublikation liegt nun öffentlich auf.

Entstehen soll demnach ein Gastgewerbebetrieb mit 100 Innensitzplätzen und 50 Sitzplätzen auf der Terrasse sowie 141 Gästebetten. Auf der Website der Gemeinde Grindelwald heisst es zu den Änderungen der Überbauungsordnung «Fiescherblick» (siehe Kasten) in einer Aktennotiz: «Die neuen Besitzer des Fiescherblicks sind daran interessiert, dass das Vorhaben baldmöglichst realisiert werden kann.»

Auch die Gemeinde ist der gleichen Meinung: «Die Gemeinde ist sehr daran interessiert, dass es beim Fiescherblick bald zu einer Lösung kommt und das Umbauvorhaben zu einem Abschluss gebracht werden kann.»

Projektverfasserin ist die Brönnimann Architekten AG aus Interlaken. Architektin Karin Brönnimann konnte sich infolge Ferienabwesenheit nicht zum Vorhaben äussern. Offen ist auch das Investitionsvolumen des geplanten Neubaus.

Konkursamtlich versteigert

Zwischen 2004 und 2007 wurde die Überbauungsordnung (UeO) «Fiescherblick» mit Zonenplanänderung erarbeitet. 19 Wohneinheiten für insgesamt 21 Millionen Franken hätten entstehen sollen. 2009 fand der Spatenstich statt, doch schon wenig später gerieten die Arbeiten ins Stocken, lange Zeit ging nichts mehr.

2011 musste die Hotel Fiescherblick AG den Konkurs anmelden und wurde später liquidert. Eigentümer war die englische Firma Waterford Investments, die auch das Grossprojekt Samih Sawiris in Andermatt vermarktete, wie diese Zeitung berichtete. Um wenigstens das Dorfbild ein etwas aufzuwerten wurde im Dezember 2013 eine Folie auf die «Ruine» aufgebracht, die ein mehr oder minder intaktes Hotel suggeriert.

2014 wurden die Überreste des Fiescherblick versteigert: Für 4,92 Millionen Franken erwarb die Tudortree Properties Ltd. in London das Gebäude . Die Anwesenden der Firma wollten damals keine weiteren Angaben zu ihren Plänen machen.

Die Unterlagen sind auf der Gemeindeverwaltung aufgelegt. Die Auflage- und Einsprachefrist dauert bis zum 9. November.

Berner Zeitung

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