Zwei neu Pächterinnen im Finel

Leissigen

Zwei junge Gas­tronominnen übernehmen das altehrwürdige Berggasthaus Finel hoch über dem Thunersee. Es soll als B & B und Restaurant weltweit ­vermarktet werden.

Traum erfüllt: Anke Schulze (l.) und Steffi Sonntag vor ihrem B & B mit kleinem ­Restaurant.

Traum erfüllt: Anke Schulze (l.) und Steffi Sonntag vor ihrem B & B mit kleinem ­Restaurant.

(Bild: Peter Wenger)

«Als ich im Dezember das Inserat las – «Gasthaus Finel zu verpachten» –, war für mich klar, hier starte ich gemeinsam mit meiner Freundin Anke Schulze ein B & B mit einem echten heimeligen Beizli.

Der Besuch bei der Eigentümer Familie Dietrich bestätigte meine Meinung: Es war Liebe auf den ersten Blick, ein Traum geht in Erfüllung», sagt Steffi Sonntag und ist kaum zu bremsen. Sie ist in Wilderswil aufgewachsen und hat nach einer kaufmännischen Ausbildung, Erfahrungen in Hotels und Gastronomiebetrieben gesammelt, sei es im Backoffice oder an der Front.

Gemeinsam mit Anke Schulze – sie stammt ursprünglich aus der Lüneburger Heide – sind die beiden Wirtinnen am Samstag in ihr Berggasthofabenteuer gestartet. «Ich bin schon viel in der Welt herumgekommen, doch was uns «Landeier» verbindet, ist die Sehnsucht nach Natur und Ursprünglichkeit wie hier hoch über dem Thunersee», ist Steffi Sonntag überzeugt.

Seit dem 17. Jahrhundert

Der älteste Gebäudeteil des Berggasthauses Finel stammt aus dem Jahre 1666. Damals führte ein Weg von Thun in Richtung Unterseen und Aarmühle am Finel vorbei. Es ist anzunehmen, dass hier schon vor Jahrhunderten Reisende eine einfache Unterkunft vorfanden.

«Es war Liebe auf den ersten Blick, ein Traum geht in Erfüllung.»Steffi Sonntag

Die wunderbare Lage mit einer fantastischen Sicht auf den Thunersee hat früh Naturbegeisterte und Künstler angesprochen. So hat der Maler Ferdinand Hodler 1904 hier sein erstes Bild in der Reihe «Landschaften am Thunersee» gemalt. Noch ist keines seiner Bilder – vergessen, verstaubt auf dem Estrichboden im Finel zum Vorschein gekommen.

Nun ja, eine Crowdfunding-Kampagne hat das Startkapital der beiden Jungunternehmerinnen um einiges aufgestockt. Die Zimmer sind einfach und bequem eingerichtet. Ein B & B wie man es in einer natürlichen Alpenlandschaft erwartet. Die Speisen vom Grill oder aus dem Gemüsegarten finden auf einer handlichen Schiefertafel Platz.

«Wir legen besonderen Wert auf regionale, naturfrische Produkte. Schliesslich befinden wir uns mitten in einem Landwirtschaftsbetrieb, wo rundum Kühe und Ziegen weiden.» So freut sich – nomen est omen – Steffi Sonntag über die gelungenen ersten Tage der offenen Türen vom Wochenende.

Berner Oberländer

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