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Zivilcourage hat viel mit Hinschauen zu tun

Unter dem Titel «Zivilcourage geht uns alle an» führte die Schule Inter­laken schon zum dritten Mal einen Projekttag gegen Gewalt durch.

Hinschauen und Zivilcourage zeigen war ein Tag lang das Projektthema.
Hinschauen und Zivilcourage zeigen war ein Tag lang das Projektthema.
PD

Was ist Zivilcourage? Wo muss man sie brauchen? Und wo hat sie Grenzen? Mit diesen Fragen setzten sich die 7. Klassen den ganzen Montag auseinander. Zusammen mit ihren Klassenlehrkräften und Präventionsfachleuten diskutierten die Schülerinnen und Schüler über Filme und eigene Erlebnisse mit Gewalt und Mobbing.

In Rollenspielen übten sie unterschiedliche Möglichkeiten, auf Mobbing zu reagieren – vom Hinschauen und Nachfragen bis zum beherzten Eingreifen oder Hilfeholen. In Workshops füllten sie das Wort «Zivilcourage» mit Inhalt. Eine Gruppe schrieb eine Kurzgeschichte, eine andere ging auf die Strasse und interviewte Passanten, wieder andere machten Kurzfilme, Bilder und Skulpturen, eine Fotostory oder ein Theater.

Am Abend wurden die Arbeiten in einer bumsvollen Aula Eltern und Freunden präsentiert. Die Präsentationen waren unterhaltsam und boten zugleich Stoff zum Nachdenken – zum Beispiel die Mobbinggeschichte, erzählt aus der Perspektive des Täters, der sich durch das Schweigen der Klasse bestätigt sieht.

Mut hat viele Gesichter

«Mich hat erstaunt, wie viele ­Formen Zivilcourage annehmen kann», sagt Lorina, die an der Kurzgeschichte mitgeschrieben hat. So wäre es viel zu gefährlich, bei einer Schlägerei unter Erwachsenen dazwischenzutreten; sehr wohl aber kann man Hilfe holen. Und nur schon zu fragen, ob alles in Ordnung ist, wenn ­jemand unglücklich scheint, braucht manchmal ganz schön viel Mut – schliesslich kann man sich irren und riskiert vielleicht sogar, ausgelacht zu werden.

­Ronja, die bei den Interviews geholfen hat, war überrascht, wie viele Leute sich nicht zum Thema Zivilcourage äussern wollten. «Vielleicht hatten sie zu wenig Zeit, und das Thema schien ihnen zu kompliziert», vermutet die Schülerin. Von denjenigen, die ihrer Gruppe Antwort gaben, fand es die grosse Mehrheit wichtig, bei Gewalt und Ausgrenzung nicht wegzuschauen.

Gemeinderat Franz Christ dankte Eltern und Lehrkräften, dass sie den Kindern schon früh mitgeben, wie wichtig es ist, hinzuschauen und sich gegen Gewalt zu engagieren. Schulleiterin Cornelia Stettler berichtete, dass sie nicht nur am Projekttag, sondern auch im Schulalltag viele couragierte Kinder beobachte.

Dranbleiben und weiter üben

Und Giorgio Andreoli von GGG-Fon (Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus) ermutigte die Schülerinnen und Schüler, dranzubleiben und weiter zu üben. Denn auch Zivilcourage fällt nicht einfach vom Himmel. Das Projekt wurde von der Arbeitsgruppe «Brücken» angestossen, die sich seit 2001 auf dem Bödeli gegen Gewalt und Extremismus engagiert, und steht auch anderen Schulen zur Verfügung. In Interlaken gehört der Projekttag fest zum Programm der 7. Klassen.

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