Wird Tschenten zum Bike- und Schlittelberg?

Adelboden

An der Generalversammlung der Tschentenbahnen AG wurde erneut ein hohes Defizit präsentiert. Der Verwaltungsrat sucht nach Lösungen.

Sie versuchen, den Tschenten in die schwarzen Zahlen zu führen (v.l.): Geschäftsführer Roger Steiner und die Verwaltungsräte Stefan Oester, Erwin Zurbrügg, Christof Gerber, Präsident Daniel Fluri, Gino Qualizza, Thomas Egger und das scheidende Mitglied René Schmid.<p class='credit'>(Bild: Herbert Kobi)</p>

Sie versuchen, den Tschenten in die schwarzen Zahlen zu führen (v.l.): Geschäftsführer Roger Steiner und die Verwaltungsräte Stefan Oester, Erwin Zurbrügg, Christof Gerber, Präsident Daniel Fluri, Gino Qualizza, Thomas Egger und das scheidende Mitglied René Schmid.

(Bild: Herbert Kobi)

Die Ausgangslage für die Generalversammlung der Tschentenbahnen AG war klar. Verwaltungsratspräsident Daniel Fluri musste am Freitag wiederum ein Defizit, diesmal 710 641 Franken, vermelden; letztes Jahr war es rund eine halbe Million Franken gewesen. Diese Tatsache und die Neugier, was der Verwaltungsrat gegen diese Entwicklung plane, interessierten diesmal 82 Aktienbesitzer, die 75,5 Prozent des Kapitals verkörperten.

Entlastung trotz Defizit

Trotz des negativen Resultats und einiger angekündigter Entscheide, wie zum Beispiel der Einstellung des Skiliftbetriebs, wurden die Jahresrechnung 2015/2016 wie auch der Vortrag des Bilanzverlustes auf die neue Rechnung durch die Versammlung gutgeheissen. Dementsprechend wurde den Mitgliedern des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung Entlastung erteilt.

Der Verwaltungsrat, der mit einer Ausnahme der gleiche wie bei der Bergbahnen Engstligenalp AG ist, kann dank Wiederwahl in gleicher Besetzung seine Arbeit weiterführen. Lediglich der frühere Präsident René Schmid gab nach 13-jähriger Tätigkeit seine Demission bekannt.

Viele Änderungen am Berg

Gemäss Ausführungen von Daniel Fluri und Geschäftsleiter ­Roger Steiner sind auf der Tschentenalp ob Adelboden einige Änderungen geplant oder bereits vollzogen. Den Bereich Gastronomie, der trotz Umsatzsteigerung um 27 Prozent keinen Gewinn erzielte, wird ab der Wintersaison das Ehepaar Magi und Marco Künzli führen. Als neuer Leiter Bahn wurde Christian Zenger, langjähriger Betriebsleiter der Pfingsteggbahn in Grindelwald, bestimmt.

Das Ziel des Verwaltungsrates, den Berg neu zu positionieren, wird sukzessive angesteuert. Aus Kostensenkungsgründen wird der altehrwürdige Bügellift – vielleicht nur vorläufig – abgestellt, dafür soll ein Förderband die Schneesportler von der Möserbahn zügig zur Bergstation Tschenten befördern. Das Hauptaugenmerk werde in naher Zukunft auf die Bereiche Biken und Schlitteln gelegt. Die Bike­strecke zur Schärmtanne soll ausgebaut und sicherer gemacht werden. Dafür lässt das Projekt Biketrail ins Dorf wegen einer fehlenden Zusage eines Grundeigentümers auf sich warten.

«Im Winter setzen wir den Fokus auf den Schlittelsport», so Roger Steiner. Daniel Fluri bekräftigte, dass «das Rechnungsergebnis einschneidende Massnahmen verlangt, damit wir eine schwarze Null schreiben können. Und dafür sind wir für neue Ideen immer offen.»

Berner Oberländer

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