Wilderswil ist vorbereitet auf grosse Investitionen

Wilderswil

Einstimmig genehmigte die Wilderswiler Gemeindeversammlung am Montag die sehr gute Rechnung 2017 und zwei Reglemente, die den flexibleren Einsatz von Ertragsüberschüssen erlauben.

Wilderswil plant grössere Investitionen.

Wilderswil plant grössere Investitionen.

(Bild: Sibylle Hunziker)

«In den kommenden Jahren stehen grosse Investitionen an», sagte Finanzvorsteherin Heidi Schläppi. «Mit den Abschreibungen können wir aber erst beginnen, wenn die Werke in Betrieb genommen werden.» Deshalb schlug der Gemeinderat vor, rechtzeitig Reserven anzulegen.

Eine solche Reserve wäre die ­finanzpolitische Reserve, in die nach dem aktuellen Rechnungslegungsmodell zusätzliche Abschreibungen fliessen. Diese Reserve dürfte die Gemeinde Wilderswil aber erst anzapfen, wenn ihr Eigenkapital, das seit Jahren konstant zwischen 2,5 und 3 Millionen Franken liegt, unter 1,6 Millionen fallen würde.

Um so grosse Schwankungen zu vermeiden und das Geld flexibler einsetzen zu können, legte der Gemeinderat ein Reglement für eine neue Spezialfinanzierung für den Werterhalt des Verwaltungsvermögens vor – soweit dieser nicht schon durch die bestehenden Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser, Abfall und Elektrizität abgedeckt ist.

Die 25 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten das Reglement einstimmig, ebenso wie die Gemeinderechnung 2017. Wegen strenger Budgetdisziplin bei den Ausgaben und unerwartet hoher Steuererträge gab es im ­allgemeinen Haushalt 722'265 Franken Ertragsüberschuss.

Davon steckt die Gemeinde schon gleich 679'238 Franken in die neue Spezialfinanzierung; der Rest kommt in die finanzpolitische Reserve. Danach schloss der Gesamthaushalt mit 508'020 Franken Gewinn, der sich aus den durchwegs positiven Abschlüssen der schon bisher bestehenden Spezialfinanzierungen zusammensetzt.

Gewinn flexibler einsetzen

Besonders die Elektrizitätsversorgung der Gemeinde erwirtschaftet Jahr für Jahr einen ordentlichen Gewinn – mehr, als für die Infrastruktur in diesem Bereich gebraucht wird.

Auf Antrag des Gemeinderates beschloss die Gemeindeversammlung deshalb eine Reglementsänderung: Danach können Gewinne auch für den allgemeinen Steuerhaushalt verwendet werden.

Betriebsgebäude

Ein grosser Brocken steht mit dem Betriebsgebäude für Gemeindebetriebe, Werkhof und Feuerwehr auf dem Programm, das 7,75 Millionen Franken kosten soll. Wie Gemeinderat Stefan Imboden informierte, ist die Baueingabe für Mitte Mai geplant, und spätestens im März 2020 soll der Bau fertig sein.

Weil keine Mieter für die Büroräume im dritten Geschoss gefunden werden konnten, soll dort die Gemeindeverwaltung einziehen. «Dafür beantragt der Gemeinderat an einer Urnenabstimmung am 10. Juni einen Kredit von 0,8 Millionen Franken für den Innenausbau», erklärte ­Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann.

An die Urne kommt das Geschäft, weil 1,6 Millionen Franken für den Rohbau dazu gerechnet werden müssen. Dieser Betrag ist zwar schon im Budget von 7,75 Millionen erhalten; neu muss aber die Zweckänderung bewilligt ­werden.

Lange Leitung

Als weitere grössere Investition genehmigte die Gemeindeversammlung am Montag 1,9 Millionen Franken für eine neue, 850 Meter lange Abwasserleitung zwischen der Alten Staatsstrasse und der Gsteigstrasse.

Diese Leitung kann zugleich viel Abwasser zurückhalten, wenn die Transportleitung Richtung Matten und ARA während Regenperioden überlastet ist.

Wie Gemeinderat Imboden erklärte, wird der Bruttokredit von 1,9 Millionen wohl unterschritten, da die neue Leitung dann gebaut wird, wenn der Boden ohnehin schon für andere Bauprojekte wie den Direktanschluss und die Dorfumfahrung offen ist.

Viel weniger als budgetiert kostete die Umsetzung von Tempo 30 in Wilderswil: Wie Heidi Schläppi berichtete, wurde der Kredit von 134 253 Franken um 95 747 Franken unterschritten – zum Teil wegen der günstigen Submission, zum Teil weil einige Projektteile reduziert wurden.

Berner Oberländer

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