Wiedmer bleibt im Amt, die Käserei kann kommen

Diemtigen

Die Weichen für den Bau der Naturparkkäserei sind gestellt. Die Stimmbürger haben der nötigen Einzonung der Ansmatte mit grosser Mehrheit zugestimmt. Und: Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer bleibt im Amt.

Der Bauernhof Ansmatte (links). Hier soll die Naturparkkäserei Diemtigtal entstehen.

Der Bauernhof Ansmatte (links). Hier soll die Naturparkkäserei Diemtigtal entstehen.

(Bild: Peter Rothacher)

Aus der Versammlung heraus war der Wunsch nach einem eindeutigen ­Votum an die Adresse der Einsprecher geäussert worden. Und dieser Forderung kamen die Stimmbürger an der Gemein­deversammlung der Gemeinde Diemtigen am Samstag nach. Die bei weitem überwiegende Mehrheit der 120 Anwesenden in der Sporthalle unterstützte den Antrag des Gemeinderats, der Einzonung für das Gebiet Ansmatte zuzustimmen, damit dort die geplante Naturparkkäserei gebaut werden kann.

Der Gemeinderat um Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer konnte sich also nachträglich in seiner Entscheidung bestätigt fühlen, dem Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) die Abweisung der Einsprachen der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und von Pro Natura zu beantragen. Wie Wiedmer am Samstag berichtete, war die Einspracheverhandlung bezüglich der Zonenplan- und Baureglementsänderung zwei Tage zuvor ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Einsprecher hätten laut Wiedmer mit Landschaftsschutz sowie dem Erhalt des Wildwanderkorridors argumentiert, die Gemeinde beides nicht als gefährdet betrachtet.

Ausgeglichenes Budget

Nun muss also das AGR entscheiden, denn die Gemeindeversammlung schuf auch die zweite Voraussetzung für die Realisierung der Naturparkkäserei, indem sie den Verkauf der 12 600 Quadratmeter grossen Parzelle zum Preis von 1,575 Millionen Franken genehmigte. Käufer ist die noch zu gründende Naturparkkäserei AG, bestehend aus der Aaremilch AG aus Lyss, dem Reutiger Käser Thomas Aeschlimann und dem Naturpark Diemtigtal, die auf der grünen Wiese im Burgholz eine Käserei bauen möchte, in der 10 bis 20 Millionen Kilo Milch im Jahr verarbeitet werden sollen (wir berichteten).

Der Diemtiger Gemeinderat mit dem alten und neuen Gemeinderatspräsidenten Martin Wiedmer (5.v.l.).

Musste der Gemeinderatspräsident beim Käsereiprojekt noch etwas Überzeugungsarbeit leisten, verliefen die übrigen Traktanden der Gemeindeversammlung nahezu diskussionslos. So genehmigte die Versammlung den Bruttokredit über 1,1 Mil­lionen Franken für den Neubau der Horbodenbrücke ebenso wie die 540 000 Franken für die Sanierung der Strasse Horboden–Talweid und einige Anpassungen im Schulreglement. Das ausgeglichene Gemeindebudget für das Jahr 2017 sieht einen Gesamtaufwand und einen Gesamtertrag von 10 884 785 Franken bei geplanten Nettoinvestitionen von rund 5 Millionen Franken vor. Dieses Budget sowie die unveränderte Steueranlage vom 1,8-Fachen der einfachen Steuer und Liegenschaftssteuern von 1,5 Promille des amtlichen Werts wurden genehmigt.

Alle Kandidaten still gewählt

Einigkeit herrschte auch bei den ausstehenden Wahlen, da es ohnehin nicht mehr Kandidaten gab, als Positionen zu besetzen waren. Und so bleibt Martin Wiedmer still gewählt Gemeinderatspräsident, Hans von Allmen bleibt bis Ende 2018 Gemeindepräsident, und Jürg Stucki bleibt dessen Stellvertreter. Neu im Gemeinderat sind Andreas Gerber (Zwischenflüh) und Andreas Regez (Schwenden), bestätigt wurden Kurt Luginbühl (Oey), Marcel Klossner (Diemtigen), Theresia Stucki (Horben) sowie Fritz Wymann (Diemtigen).

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