Wer, wie und mit wem? Spiez steht ein heisses Wahljahr bevor

Spiez

Vier von sieben Räten und das Gemeindeoberhaupt sind zu ersetzen: Die Gemeindewahlen am 6.?November versprechen Hochspannung. Auch dank einer bürgerlichen Kampfansage.

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«Das ist eine neue Situation», sagte gestern ein überraschter René Barben, Präsident Freies Spiez, zur Ankündigung Franz Arnolds, nicht mehr fürs Gemeindepräsidium kandidieren zu wollen. «Wir hätten ihn unterstützt.» Darum habe man nicht gross über das Thema gesprochen. «Ob wir selber antreten oder etwas Überparteiliches machen werden, ist offen.»

Markus Wenger, Präsident der EVP, betonte, dass für die Nachfolge «die persönliche Qualität wichtiger ist als das Parteibüchlein». – «Die bürgerlichen Parteien treten geschlossen mit einer Persönlichkeit zur Wahl an», sprach SVP-Präsident Ulrich Zimmermann auch gleich für FDP, BDP und EDU. Namen nannte er keinen, auch mochte er den von Vizegemeindepräsidentin Jolanda Brunner (SVP) weder dementieren noch bestätigen.

Daniel Lanz, Vorsitzender der FDP Aeschi-Spiez, sieht ein bürgerliches Präsidium «als Chance, damit es besser wird». Und was sagt die SP, die Partei von Franz Arnold? «Wir werden intern sehr intensiv diskutieren, ob wir das Gemeindepräsidium überhaupt noch wollen», sagte Präsident Samuel Schär.

Ursula Zybach oder Didier Bieri?

Denn das Präsidium, das eine gewisse Neutralität verlange, sei für eine griffige Politik nicht förderlich. Mit Ursula Zybach hätten wir aber eine fähige Kandidatin.» Mit möglichen Kandidaten habe man gesprochen, so auch mit Didier Bieri. Er, der im Ort sehr breit bekannt ist und bei den Wahlen 2012 das beste GGR-Resultat erzielte, soll aus beruflichen Gründen kein Thema sein.

Grosses Sesselrücken ist im Kleinen Gemeinderat angesagt, wo vier von sieben Räten ausscheiden – und viel Know-how verloren geht: Nebst Franz Arnold (SP) stellt sich für die Legislatur 2017– 2020 auch Schulvorsteherin Monika Lanz nicht mehr zur Verfügung. Letzteres bestätigte Gatte Daniel Lanz.

Sozialvorsteherin Ursula Erni (EVP) wird sich nach drei Legislaturen wegen Amtszeitbeschränkung ebenso aus der Exekutive verabschieden wie SVP-Mann Klaus Brenzikofer (Bau, Planung, Umwelt).

Wie René Barben bestätigte, wird Sicherheitsvorsteher Christoph Hürlimann (Freies Spiez/GLP) für eine weitere Amtsdauer kandidieren. Als Bisherige dürften auch Jolanda Brunner (SVP) wie Finanzvorsteherin Ursula Zybach (SP) ins Rennen gehen.

Die Katze aus dem Sack liess bereits die EVP, die mit Anna Fink ihren Sitz verteidigen will. Sämtliche Parteichefs definieren als Ziel, die Gemeinderatssitze halten zu können. Was aber, sollte etwa die BDP, deren Präsident Martin Peter sehr gut vernetzt ist, gemeinderätliche Gelüste haben? Für Spannung ist gesorgt. Offizielle Eingabefrist ist am 15.?September um 17 Uhr.

Berner Zeitung

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