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Wenn sich Biker und Wanderer treffen ...

Biker und Wanderer auf denselben Pfaden? Das Thema löst Diskussionen aus. Weil im westlichen Oberland die Planung und die Signalisation von touristischen Bikerouten laufen – und getrennte Pfade an vielen Stellen schlicht nicht möglich sind.

Wandern und Biken sind beliebte sportliche Betätigungen in unserem Berggebiet: Wenn aber Wanderer und Biker unvermittelt aufeinandertreffen, kann es auch mal emotional zu- und hergehen. Nicht immer sind Konflikte auf dem gemeinsam beanspruchten Weg zu vermeiden.

Im westlichen Oberland läuft die Planungsphase dafür, ein friedliches Nebeneinander auf teilweise denselben Wegen zu ermöglich. Denn es ist illusorisch, für Wanderer und für Biker durchgehend getrennte Wege und Routen zu realisieren.

Andreas Grünig, Geschäftsführer der Bergregion Obersimmental-Saanenland sowie der Planungsregion Kandertal, erklärt: «Die Diskussion um Differenzen der beiden Nutzergruppen wird stark geschürt. Wir stellen uns darauf ein, dass wir klärend und ausgleichend auftreten. Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, nur die Interessen einer Nut­zergruppe zu vertreten. Das ist mittel- und langfristig nicht zielführend.»

Erfahrungen aus Saanen

Ein Informationsanlass für Interessierte und Grundeigentümer, wie er für Montag in Reichenbach und für den 28. September in Oey angekündigt ist, hat im April bereits in Saanen stattgefunden.

Das Fazit Grünigs: «Zumeist ist eine neutrale bis wohlwollende Akzeptanz feststellbar. In einigen Fällen mussten Routen wegen fehlender Zustimmung der Grundeigentümer gestrichen werden. In vielen Fällen konnten konstruktive Lösungen mit den beteiligten Partnern gefunden werden. Diskussionen vor Ort tragen oft zum gegenseitigen Verständnis bei, und gemeinsam erarbeitete Lösungen sind im Interesse aller Beteiligten.»

Es bleibt also vorerst offen, welche und wie viele der Dutzenden vorgeschlagenen Routen auch wirklich realisiert und signalisiert werden können.

«Wir arbeiten daran, gemeinsam mit dem Kanton Lösungen für die Finanzierung zu finden.»

An­dreas Grünig, Geschäftsführer der Bergregion Obersimmental-Saanenland sowie der Planungsregion Kandertal

Die Vernehmlassung bei den Grundeigentümern, der ersten wichtigen Entscheidungsebene, läuft bis Ende Oktober. Dann sind die Fachstellen an der Reihe, Massnahmenblätter werden erstellt, eine öffentliche Mitwirkung und die regionale Bereinigung folgen, und schliesslich müssen Gelder gesprochen werden.

Über die Höhe der Kosten können noch keine Aussagen gemacht werden, solange die umsetzbaren Routen nicht feststehen. Für finanzrelevante Entscheidungen sind die einzelnen Gemeinderäte verantwortlich, schliesslich ist der als Resultat der Planung vorliegende Richtplan behördenverbindlich. An­dreas Grünig: «Wir arbeiten daran, gemeinsam mit dem Kanton Lösungen für die Finanzierung zu finden.»

«Was ist attraktiv?»

«Wir verfolgen gemeinsam mit den Gemeinden und dem Tourismus das Ziel, attraktive Mountainbikerouten anbieten zu können. Hier stellt sich die Frage, was eine attraktive Route ist.» Der Geschäftsführer gibt auch gleich die Antwort: «Sicher nicht eine Asphaltstrasse, wie sie auf den nationalen Mountainbikerouten von Schweiz Mobil zu fast 70 Prozent vorkommen. Vielmehr sind es abwechslungsreiche, teils herausfordernde Strecken auf unterschiedlichen Untergründen, welche mit heutigen Bikes befahren werden können.»

Übersichtskarte mit den vorgeschlagenen Velorouten. Das detaillierte Original gibts unter www.natkult.ch/bike. Zum Vergrössern der Karte klicken Sie hier. Bild: zvg
Übersichtskarte mit den vorgeschlagenen Velorouten. Das detaillierte Original gibts unter www.natkult.ch/bike. Zum Vergrössern der Karte klicken Sie hier. Bild: zvg

Dass dies auf signalisierten Wanderwegen Konflikte geben kann, ist offensichtlich (siehe auch Interview). «Es sind alle Beteiligten gefordert, wenn wir in dieser Thematik vorankommen wollen. Die gegenseitige Rücksichtnahme ist eine zwingende Voraussetzung für ein konfliktfreies Zusammengehen der verschiedenen Nutzergruppen», sagt Grünig.

Möglich sind beispielsweise auch zeitliche Nutzungseinschränkungen von bestimmten Wegen für Velofahrer, was aber Kontrollen bedingen würde. Die Arbeit der Berg- und Planungsregion sowie des Entwicklungsraums Thun im Niedersimmental ist mit «Touristische Veloplanung» betitelt.

Trotz möglichen Konflikten bieten die Biker auch ein Gästepotenzial für das Berner Oberland, das andere Landesgegenden wie das Bündnerland bereits intensiv und erfolgreich bearbeiten. Andreas Grünig zu den Chancen des Oberlandes als Veloregion: «Wir arbeiten alle sehr hart daran, dass wir wirklich attraktive Strecken anbieten können in den Regionen Simmental-Saanenland und Kandertal sowie generell im Berner Oberland. Wir sind nach wie vor sicher, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.» Infoanlass Reichenbach: Montag, 19. September, 20 Uhr, Kirchgemeindehaus Reichenbach.Infoanlass Oey: Mittwoch, 28. September, 20 Uhr, Mehrzweckhalle Oey.

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