Wenn der Wind auch mal etwas Dreck aufs Eis trägt

Wengen

32 Teams aus der ganzen Schweiz machen am Wochenende den Schweizer-Meister-Titel im Open-Air-Curling untereinander aus.

Auf der Eisbahn Wengen findet vom 27. bis 29. Januar die Open-Air-Curling-Schweizer-Meisterschaft statt.

Auf der Eisbahn Wengen findet vom 27. bis 29. Januar die Open-Air-Curling-Schweizer-Meisterschaft statt.

(Bild: zvg)

Es gab eine Zeit, da fand Curling ausschliesslich im Freien statt. Erst seit den 70er-Jahren trifft man sich hierzulande für diesen Sport in den Hallen, nämlich seit es überhaupt solche Hallen gibt.

Geblieben ist aber noch immer die Faszination des Sports in ­seiner urtümlichen Variante. Bei Wind und Wetter, obs neblig ist, obs schneit oder sogar regnet: Curlen kann man immer.

Das weiss Hugo Wyss, ein Thuner, der lange in Wengen gearbeitet und hier so manche Curlingstunde auf dem Wengener Eis verbracht hat. Er sitzt im Organisationskomitee, das hier am Wochenende die 46. Schweizer Open-Air-Curlingmeisterschaft veranstaltet.

Die Regeln sind (fast) gleich

In der jüngeren Zeit fand die Schweizer Meisterschaft bereits 1998, 2007 und 2012 in Wengen statt. «Einer der wenigen Stand­orte im Berner Oberland neben Mürren und der Lenk, wo man noch draussen curlen kann», sagt Wyss.

Schon nur das Eis sei ganz anders als in der Halle, auch die Sonneneinwirkung und die Aussentemperatur spielen eine Rolle, und manchmal weht der Wind etwas Dreck auf die Bahn, was die Richtung des Steins durchaus beeinflussen könne.

Das Regelwerk ist jedoch grundsätzlich dasselbe: Viererteams treten gegeneinander an, und Punkte gibt es für jene Steine, die näher beim Zentrum liegen als der bestplatzierte Stein der Gegner. Eine kleine Änderung gegenüber den gebräuchlichen Regeln gibt es jedoch im Open-Air-Curling: Man spielt ohne Free Guard Zone, also können auch die ersten gespielten Steine sofort angegriffen werden.

31 Teams haben sich für die Meisterschaft angemeldet. Damit es schön aufgeht, hat der Verband noch eine 32. Mannschaft nominiert. «Somit können immer 16 Teams spielen und 16 pausieren», sagt Wyss. Die Teams reisen zum Teil aus der Westschweiz, dem Tessin und dem Bündnerland an. Für die Zuschauer wird eine Festwirtschaft in einem geheizten Zelt eingerichtet.

Am Freitag und Samstag von 9 bis 17 Uhr finden Vorrundenspiele statt. Die Halbfinal- und Finalpartien sind für den Sonntag angesetzt. Das Siegerteam erhält 2000 Franken Bargeld, die Zweit- bis Sechstklassierten werden mit Preisen im Gesamtwert von rund 2500 Franken belohnt; für alle Teilnehmer gibt es eine Flasche Wein und ein Stück Käse. Das OK operiert mit einem Budget von 26 000 Franken. «Die Jungfraubahnen sind für uns ein wichtiger Partner, sie kommen uns stark entgegen», sagt Wyss.

Die Curler sind die widrigsten Bedingungen gewohnt. «In Mürren hats über drei Tage mal einen Meter geschneit», erinnert sich Wyss. Auch damit kam man irgendwie zurecht. Für das Wochenende verheissen die Prognosen allerdings Sonnenschein. «So dürfen wir auch auf Zuschauer hoffen.»

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