Wenn der Ben allein aufs Wildhorn steigt

Lenk

Die letzten der zwölf Oberländer SAC-Hütten mit Winterbetrieb öffnen in diesen Tagen. Eine neue Herausforderung ist das Hüttenleben für die neuen Warte der Wildhornhütte, David und Monika Schmid.

(Bild: Bruno Petroni)

Frühlingszeit, Skitourenzeit. Mit den längeren Sonnentagen und den höheren Temperaturen nehmen auch die Hüttenwarte der Winterhütten des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) ihr Refugium in Betrieb und bieten Skitourenfahrern und Schneeschuhläufern ihre Verpflegungs- und Übernachtungsgelegenheit an.

Zu diesen oft unter erschwerten Bedingungen arbeitenden «Hoteliers» gehören seit drei Wochen auch David und Monika Schmid. Zwei Emmentaler Abenteurer, die in ihrer beruflichen Vergangenheit unter anderem schon Monate auf Zwei- und Dreimastseglern auf hoher See verbracht haben – in Diensten der damaligen Stiftung Jugendheim Sternen für verhaltensauffällige Jugendliche.

Erst mal kein Strom . . .

Als Mechaniker mit Flair eines handwerklichen Alleskönners dürfte sich David Schmid in der Wildhornhütte verwirklichen können, gab es doch trotz Hüttensanierung vor zwei Jahren in den letzten Tagen bereits einige technische Probleme zu meistern. «Es begann damit, dass ich am ersten Tag in der Hütte kein einziges Ampere Strom hatte und gleich nochmals ins Tal runtermusste, um an meinem Wagen die Autobatterie auszubauen und diese zur Hütte zu bringen, um da oben überhaupt etwas in Gang bringen zu können», so Schmid.

Jetzt, gut zwei Wochen nach der Hüttenöffnung, hat David Schmid da oben bereits eine Geschirrspülmaschine laufen: «Ich hatte die Idee, den dafür notwendigen Wasserdruck mithilfe einer 12-Volt-Campingpumpe zu erhöhen», sagt der 36-jährige «Tüftler» nicht ganz ohne Stolz. Auch die Internetseite der Hütte präsentiert sich in neuem Glanz, mit vielen Informationen über Zustieg, Touren und mit weiterem Wissenswertem.

Endlose Skispuren über jungfräulich verschneite Bergflanken und Gletscher wie hier unterhalb der Oberen Bächlilücke (Grimsel): Die Zeit der Frühlingsskitouren ist angebrochen. Bild: Bruno Petroni

Ruedi und Ben als Verstärkung

Dann wäre da noch der dreijährige australische Schäferrüde Ben, der für die «Begrüssung» der Hüttengäste zuständig ist und sogar schon auf eigene Faust (!) eine Frauengruppe auf den 3248 Meter hohen Gipfel des Wildhorns geführt hat. Eine wertvolle Unterstützung ist auch Ruedi Hählen, seit neunzehn Jahren Pächter der am Jaunpass liegenden Grubenberghütte: Im Winter, wenn seine Hütte in der Regel geschlossen ist, kommt er seit Jahren gerne als Verstärkung zur Wildhornhütte.

Ein keckes Trio: Die neuen Wildhornhüttenwarte David und Monika Schmid mit ihrem australischen Schäferhund und «Gipfelstürmer» Ben. Bild: zvg

Bleuers als Paten

Auf den Geschmack kamen David und Monika Schmid in den letzten drei Jahren, als sie in der Glecksteinhütte Christian und Rosmarie Bleuer bei technischen und betrieblichen Arbeiten einige Male aushalfen. David Schmid: «In Bleuers fanden wir denn auch eine Art Paten, die uns auf äusserst liebenswürdige Weise mit vielen Tipps auf unser neues Engagement in der Wildhornhütte vorbereitet haben.»

Mit der Wildhornhütte fanden Schmids denn auch quasi ihre «Wunschhütte, die nicht allzu abgelegen ist und noch etwas im Grünen steht». Den Pachtzuschlag bekamen sie von der Hüttenbesitzerin, der SAC-Sektion Moléson, denn auch innerhalb von wenigen Tagen nach ihrer Bewerbung. Bruno Petroni

www.wildhornhuette.ch

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