Weltenbummler mit Erfindergeist

Scharnachtal

Der 71-jährige Bruno Wittwer hat mit seiner selbst entwickelten solarbetriebenen Wasserpumpe bei der Erfindermesse Genf eine Goldmedaille gewonnen.

Die solarbetriebene Wasserpumpe vor dem Haus von Bruno Wittwer.

Die solarbetriebene Wasserpumpe vor dem Haus von Bruno Wittwer.

(Bild: Corina Kobi)

Bruno Wittwer ist auch mit 71 Jahren noch nicht müde. Dank seinen Ausbildungen und seinem technischen Verständnis war es ihm möglich, in Afrika und Australien gemachte Erfahrungen in seinen Erfindungen zu verarbeiten. Er entwickelte eine solarbetriebene Wasserpumpe, die in trockenen und armen Ländern auf einfachste Weise in Betrieb genommen werden kann. Für diese ökologisch wertvolle Apparatur holte er sich an der Erfindermesse 2019 in Genf eine Goldmedaille.

Vor seinem modernisierten Holzhaus sind spezielle Wind- und Wasserräder und eine solarbetriebene Wasserpumpe zu sehen. Damit bestätigt sich, dass Bruno Wittwer kein 08/15-Typ ist. Und die unweit seines Hauses angebrachten vier grossen Solarpanels beweisen, dass er äusserst energiebewusst lebt und durch die aufgefangenen Sonnenstrahlen Strom erzeugt.

Schlüsselerlebnis in Afrika

Für den Scharnachtaler war es eine lange Reise, bis er an sein Ziel gelangte. Er erinnert sich: «Zuerst waren mein technisches Verständnis und mein handwerkliches Geschick die erste Voraussetzung.» Als Jugendlicher lernte er bei der Reichenbacher Wyssen Seilbahnen AG Mechaniker, später absolvierte er bei der Schindler Aufzüge AG eine Zusatzausbildung zum Elektriker. «Für die Solarenergie habe ich mich seit langem interessiert», so Bruno Wittwer.

Bruno Wittwer mit Goldmedaille und Diplom der Erfindermesse. Foto: Corina Kobi

Das Schlüsselerlebnis habe er 1972 während eines mehrjährigen Aufenthalts in Südafrika, Namibia und Kenia gehabt. «Ich habe gesehen, wie Frauen das Wasser mehrere Kilometer vom Brunnen nach Hause tragen mussten. Dies gab mir die Idee, Pumpen zu bauen, welche eine grosse Erleichterung bringen sollten.»

Eigene Firma in Australien

Eine Umsetzung gelang ihm in Australien, wohin er 1987 auswanderte. «Dort sah ich Wasserpumpen, die durch Windräder angetrieben wurden. Das Sonnenlicht erschien mir in diesem Kontinent ein wichtigerer Faktor, um Energie zu gewinnen.

So entwickelte ich für die Farmer Pumpen mit einer Solaranlage und gründete 1990 in Perth eine eigene Firma mit dem Namen BW Solar», erzählt Bruno Wittwer. Vor zwölf Jahren hat er seine Firma unter dem gleichen Namen verkauft. «Der neue Eigentümer hätte mit einem anderen Label einen ungleich schwereren Stand gehabt.»

Seine Idee hat ihn auch in der Schweiz nicht ruhen lassen. Er sei vor zwei Jahren darauf gekommen, so der Rentner, einen Rahmen mit vier Beinen zu bauen, damit die Anlage mobiler werde.

Hilfe zur Selbsthilfe

Vor einem Monat stellte Wittwer an der Internationalen Erfindermesse in Genf aus. Ihm ging es dabei um Leute, die seine Idee in ihrem Land umsetzen könnten, er dachte dabei auch an Hilfsorganisationen. Private Interessenten kamen vor allem aus Westafrika und der Türkei.

«Mein Produkt möchte ich zur einfachen Herstellung in diese Regionen weitergeben. Dies sehe ich als Entwicklungshilfe an. Ich bin auch bereit, mein geistiges Eigentum gegen eine Abfindung an ein Hilfswerk abzugeben.»

Anfragen und Informationen: bruno-wittwer@bluewin.ch

Berner Oberländer

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