Weltcup: Grimselschnee für die Rennen in Adelboden

Adelboden/ Wengen

Bald gehts los in Adelboden: Damit die Bedingungen für die Fahrer stimmen, mussten die Verantwortlichen 6000 Kubikmeter Schnee transportieren. Am Lauberhorn ist man zuversichtlich, dass die Abfahrt durchs Ziel-S führt.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

«Wir hoffen, dass es noch ein bisschen ‹weniger warm› wird, damit die Strecke ausgefriert werden kann und in guter Qualität daher kommt», sagt OK-Präsident Peter Willen zur Schnee- und Wettersituation hinsichtlich des Weltcup-Wochenendes in Adelboden. Weil es in Adelboden immer noch zu warm war, wurde unter dem Birg bei der Engstligenalp mit sieben Schneekanonen das weisse Gut produziert. «Dort können wir mit eiskaltem Wasser aus der Engstligen arbeiten, dies bei Minustemperaturen», sagt Willen. Es sei quasi eine Notproduktion.

Total 4500 Kubikmeter Schnee wurden per Lastwagen von der drei Kilometer entfernten Produktionsstellen zum Chuenisbärgli transportiert. Willen: «Diesen Schnee brauchen wir für die Strecke selbst, er hat eine hohe Feuchtigkeit.» Der Aufwand dafür sei sekundär, die Bedeutung des Anlasses für Wirtschaft und Region stehe im Vordergrund.

Naturschnee von der Grimsel

Für die Sturzräume entlang der Strecke reichen die 4500 Kubikmeter aber nicht. Am Montag und Dienstag wurden deshalb 1500 Kubikmeter Naturschnee von der Grimselpassstrasse ins gut 90 Kilometer entfernte Adelboden transportiert. Eine Lastwagenladung entspricht gemäss Nachfrage bei einem Transportunternehmen circa 25 Kubikmeter.

«Da wir nicht einschätzen können, wie viel Schnee uns Regen und Föhn noch nehmen, mussten wir dies so veranlassen», sagt Willen. «Nur so können wir die absolute Sicherheit für die Fahrer garantieren.» Ebenfalls aus Sicherheitsgründen wurde der Start um vier Tore nach unten verlegt. «Wie ganz früher», sagt Willen. Es handle sich um knapp 150 Meter, nur so könnten sämtliche Risiken minimiert werden.

Es hat noch Tickets

Tickets für die Kategorien «Ziel-Chälä» und «Entlang der Rennstrecke» seien noch für beide Tage verfügbar, auf der Tribüne im Ziel hat es aber nur noch für den Slalom-Sonntag Billette.

Die zuletzt guten Resultate der Schweizer Slalomspezialisten – Plätze 5 und 11 in Madonna die Campiglio sowie Plätze 9, 17 und 19 in Val-d’Isère – lassen Willen für den Sonntag hoffen: «Ein ähnliches Resultat wie in den letzten zwei Rennen, also ein Schweizer unter den ersten zehn, wäre toll für die Stimmung.»

Noch viel Arbeit im Ziel

Die Lauberhorn-Verantwortlichen bangten am Sonntag noch um das Ziel-S: «Wir sind nun zuversichtlich, dass wir das Ziel-S genügend beschneien können», sagte Geschäftsführer Markus Lehmann am Dienstag. Aktuell werde die ganze Strecke beschneit. Einzig der Zielsack habe momentan noch nicht genug Schnee für den Abfahrtauslauf, da es tagsüber zu warm sei für die Beschneiung. «Hier werden wir aber in der Nacht genügend beschneien können», sagt Lehmann.

Slaloms ab Silberhornsprung

«Da wir unsere Kräfte jetzt komplett für die Abfahrtsstrecke einsetzen, haben wir den traditionellen Slalomhang aufgegeben.» Das heisst, die zwei Slalom-Rennen am Freitag (Kombination) und Sonntag werden auf der Abfahrtsstrecke ab Silberhornsprung ausgesteckt. Die Zuschauer werden die Fahrer also für einmal nicht von links sondern über den Zielschuss der Abfahrt einbiegen sehen. «Dies ist sicher kein Szenario für die Zukunft», sagt Lehmann, «sondern bedingt durch den ungewöhlich milden Winter.»

Tribünen-Tickets seien noch für Freitag und Sonntag zu haben. Entlang der Strecke sind die Plätze unbegrenzt verfügbar, Kinder in Begleitung eines Erwachsenen sind gratis. Das Skigebiet ist für alle offen.

Berner Oberländer

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