Weder Seilbahn noch Bus: GGR will sich (noch) nicht festlegen

Spiez

Das Gemeindeparlament Spiez bodigt die Motionen für eine Luftseilbahn oder einen selbstfahrenden Bus in die Bucht. Wie der Gemeinderat will es alle Möglichkeiten prüfen.

Der Weg von der Bucht zum Bahnhof und umgekehrt muss bis auf Weiteres auf Schusters Rappen zurückgelegt werden – jedenfalls abgesehen vom Sommer.

Der Weg von der Bucht zum Bahnhof und umgekehrt muss bis auf Weiteres auf Schusters Rappen zurückgelegt werden – jedenfalls abgesehen vom Sommer.

(Bild: PD)

Das Ei des Kolumbus wurde nicht gefunden. Wieder nicht. Seit der Eröffnung des Spiezer Bahnhofs vor 126 Jahren ist die Verbindung hinab in die Bucht immer wieder ein Thema. Jüngst brachte es Peter Gertsch (SVP) zurück auf die politische Agenda. Das Mitglied im Grossen Gemeinderat (GGR) forderte letzten November, dass die Machbarkeit einer Luftseilbahn zwischen Bahnhof und See abgeklärt wird.

Anfang Jahr wurde sein Vorstoss vermehrt: Eine überparteiliche Motion des Freien Spiez/GLP (Simon Schneeberger und 14 Mitunterzeichnende) hatte zum Ziel, dass der Gemeinderat (GR) «mit geeigneten Partnern bis Dezember 2022» den Pilotbetrieb eines selbstfahrenden Busses startet. Und Markus Wenger (EVP) wollte den GR mittels Postulat beauftragen, «eine innovative ÖV-Verbindung» zu prüfen. Mit fahrerlosen Shuttles, was in wenigen Jahren möglich sein soll.

(Fast) nach dem Gusto des GR

«Der GR hat befunden, dass wir eine Gesamtschau über die Mobilität in Spiez machen sollten. Darum hat er beschlossen, alle drei Vorstösse abzulehnen», sagte Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner (SVP) am Montagabend im GGR. Sie stellte eine Arbeitsgruppe in Aussicht. «Leute, die Interesse haben mitzuwirken, sollen sich bei mir melden, damit wir möglichst schnell loslegen können.» Man habe eine Offerte für eine Seilbahn-Machbarkeitsstudie, die würde allerdings 22000 Franken kosten.

Im Grundsatz waren sich alle einig: Es besteht Handlungsbedarf. Das in den letzten Jahren aus Kostengründen ausgedünnte Angebot der touristischen Seebuslinie, die nur im Sommer verkehrt, wird der Bucht längst nicht mehr gerecht. Bei der Frage nach dem weiteren Vorgehen war es mit der Einigkeit vorbei: Wenger weibelte für «etwas Innovatives» wie den selbstfahrenden Shuttle.

«Die EVP ist froh, will der GR eine Gesamtschau machen», sagte er. Anders als der GR empfahl er indes, alle drei Vorstösse als Postulat anzunehmen. Gertsch fand dies «zu wenig verbindlich» – wie auch Schneeberger. Beide waren nicht bereit, ihre Motionen in ein Postulat umzuwandeln und damit abzuschwächen. Mit dem Überweisen aller vorliegenden Vorstösse würden – wie vom GR gewünscht – Varianten geprüft, so Schneeberger. Dazu zeigten sich sowohl die SVP als auch die FDP bereit. Die BDP signalisierte, nur das Postulat zu überweisen. Die SP und die Grünen plädierten, wie die EVP, fürs Überweisen von drei Postulaten.

Nach einem Sitzungsunterbruch stimmte der GGR Wengers Postulat einstimmig zu. Die Luftseilbahn-Motion wurde mit 18 zu 16 Stimmen äusserst knapp versenkt. Gertsch zeigte sich enttäuscht. Er bedauerte, dass das FS/GLP nicht geschlossen mitgezogen hatte, ein FDP-Mitglied nicht an der Sitzung hatte teilnehmen können – und die BDP als bürgerlicher Partner ihn nicht unterstützte. Auch die Motion Schneeberger war dem GGR zu verbindlich: Sie wurde mit 20 zu 14 Stimmen bachab geschickt.

Berner Oberländer

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