Wacker: Eine Hand an der Trophäe

Wacker Thun deklassiert Pfadi Winterthur im dritten Playoff-Final-Spiel. Die Berner Oberländer siegen in der ausverkauften Lachenhalle 32:23 und sind einen Erfolg vom Titelgewinn entfernt.

<b>Lachende Gesichter in der Lachenhalle:</b> Thomas Lanz und Reto Friedli klatschen nach einem Treffer ab.

Lachende Gesichter in der Lachenhalle: Thomas Lanz und Reto Friedli klatschen nach einem Treffer ab.

(Bild: Keystone)

Adrian Horn

Wacker wird Meister!

Das sagt zumindest die Statistik. Seit Wiedereinführung des Playoff 2012 sind 24 Serien ausgetragen worden, und bloss einmal setzte sich dabei nicht jenes Team durch, das Spiel 3 gewonnen hatte.

Die Thuner entschieden den dritten Vergleich mit Pfadi für sich, und sie benötigen lediglich noch einen Sieg dazu, im Championat zum zweiten Mal in der Geschichte zu triumphieren. Eine erste Gelegenheit, den Titel zu holen, bietet sich am Montag in des Gegners Bleibe (17 Uhr, live auf Mysports und auf SRF.ch).

Die Berner Oberländer schlugen die Winterthurer am Freitag nicht nur – sie führten sie mitunter vor. Nach 19 Minuten hatten die Gäste gerade mal drei Tore erzielt, zur Pause lag Martin Rubins Team mit zehn Treffern Differenz vorn. Es war eine Demonstration der Hausherren, die 32:23 gewannen, obwohl mit Lukas von Deschwanden und Lenny Rubin die stärksten Individualisten nur punktuell geglänzt hatten.

Die Sekunden vor der Schlusssirene, ausgelassene Stimmung in der Thuner Lachenhalle. (Video: Nathalie Günter)

Die Defizite der Zürcher im Angriff traten sehr deutlich zutage. Hatten sie diese in den ersten beiden Begegnungen noch durch ihre Deckung kompensieren können, standen sie nun auf verlorenem Posten. Mit den Nationalspielern Marvin Lier und Roman Sidorowicz waren zwei der vier besten Skorer kein einziges Mal erfolgreich.

Die Gäste scheiterten unter anderem erneut von der Siebenmeterlinie, Flavio Wick hielt zwei weitere Penaltys und hat damit in der Serie bereits sieben (!) Strafwürfe pariert. Weshalb sich die Schützen gegen ihn gerade so schwertäten, wisse er nicht, sagte der Aargauer.

«Als Keeper legst du dir jeweils einen Plan zurecht, und du weisst, wer vorzugsweise wohin wirft.» Einen Lauf zu haben, fühle sich grossartig an, «zumal vor solch einer Kulisse». Mit 2000 Zuschauern war die Lachenhalle voll, Coach Rubin bezeichnete die Stimmung als «sehr geil».

5:0, 9:3, 11:4

Erledigt hat sich mit der Partie am Freitag die Sache mit dem «Auswärtsvorteil». In all den fünf Begegnungen davor in dieser Saison zwischen Wacker und Pfadi war der jeweilige Gast als Sieger vom Feld gegangen. Den Grundstein für den ersten Heimerfolg im laufenden Playoff-Final legten die Thuner in der Startphase. Sie führten rasch 5:0, später 9:3 und 11:4.

Überragender Akteur war Nicolas Raemy, dem die offensive Deckung der Zürcher ­offensichtlich liegt, hatte der Linkshänder doch bereits in der Finalrunde und in Partie 2 der Ausmarchung gegen denselben Club brilliert.

Der Luzerner trägt auch nun, da um den Titel gekämpft wird, stets ein Lächeln auf dem Gesicht, er wirkt geradezu entspannt und ist vier Monate nach seinem Comeback im Anschluss an die eineinhalbjährige Verletzungspause dabei, die Meisterschaft zu entscheiden.

Die Winterthurer wirkten am Freitag verzweifelt. Trainer Adrian Brüngger sagte, sein Team werde am Montag versuchen, «wieder Handball zu spielen». Abschreiben sollte man Pfadi nicht.

Dass ein Sieg in Spiel 3 doch kein Garant ist, die Serie zu gewinnen, wissen die Zürcher nur zu gut: Sie sind diese eine Mannschaft, die sich nicht durchsetzte, obwohl sie im dritten Vergleich die Nase vorn gehabt hatte – 2015 im Halbfinal gegen St. Otmar St. Gallen.

Thuner Tagblatt

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