Vorgeschoben, aber interessant

Claudius Jezella, Redaktor «Berner Oberländer», zu den Beschneiungsplänen am Betelberg.

Er hat Charisma, und er ist clever. Dementsprechend hat Nicolas Vauclair versucht, den grössten Kritikpunkt beim Thema Pistenbeschneiung schon von vornherein aus dem Spiel zu nehmen. Und es ist ihm gelungen.

Denn die kritischen Fragen der Journalisten und der Vertreter des Umweltschutzverbands Pro Natura an den Geschäftsführer der Lenk-Berg­bahnen liessen sich nach dessen Präsentation am Montagnachmittag an einer Hand abzählen.

Beschneiungsanlagen gelten nämlich gemeinhin als Energiefresser und Wasservernichter, was natürlich angesichts immer trockenerer Winter und schmelzender Gletscher zunehmend als unverantwortbar gilt. Zwar stützen die vorgestellten Zahlen für das Projekt am Betelberg diesen Eindruck zunächst: So seien 120 000 Kubikmeter Wasser dazu nötig, das gesamte Gebiet für den Skibetrieb zu präparieren, über die gesamte Saison gesehen bis zu 450 000 Kubikmeter.

Doch Vauclair bringt den geplanten Speichersee als Chance in Zeiten der Klimaveränderung ins Spiel: Wird das Wasser knapp, könnte die Versorgung der Haushalte so sichergestellt werden. Das ist zwar vorgeschoben, denn es geht Vauclair natürlich in erster Linie um ein profitables Skigebiet. Und dennoch ist die Idee interessant.

c.jezella@bom.ch

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt