Von Jugendlichen für Jugendliche

Spiez

Mit dem neuen Kursangebot der Bibliothek Spiez können Jugendliche andere Jugendliche unterrichten und ihnen so Neues beibringen. Später sollen weitere Projekte hinzukommen.

Nelio Flückiger (stehend) erklärt anderen Jugendlichen in der Bibliothek Spiez das Spiel mit den Fussballmillionen.

Nelio Flückiger (stehend) erklärt anderen Jugendlichen in der Bibliothek Spiez das Spiel mit den Fussballmillionen.

(Bild: Irina Eftimie)

Juventus Turin, FC Barcelona, Real Madrid, Manchester City oder doch lieber die BSC Young Boys? «Wir spielen heute das Millionengeschäft Fussball nach!», sagte Nelio Flückiger am Dienstag.

Der junge Spiezer leitete den ersten Kurs, mit dem Namen «Fussball – das Millionengeschäft», des neuen Angebots der Bibliothek Spiez: Mithilfe der Skillbörse können Jugendliche anderen Jugendlichen nämlich neue und spannende Fertigkeiten beibringen.

Angebot für Jugendliche

Die Skillbörse basiert auf dem Prinzip «von Jugendlichen für Jugendliche» und soll eine offene Plattform für kreative Ideen in der Bibliothek werden. «Es ist komplett offen, was unterrichtet wird. Es darf einfach nicht gefährlich und nicht allzu teuer sein», sagt Brigitte Burri, Leiterin der Bibliothek. «Die Kurse sollen nicht wie Schule sein, sich aber trotzdem in einem geschützten Rahmen befinden.»

«Es ist komplett offen, was unterrichtet wird. Es darf einfach nicht gefährlich und nicht allzu teuer sein.»Brigitte Burri Leiterin Bibliothek Spiez

Jugendliche, die sich für einen Kurs anmelden möchten, einen Kurs anbieten oder einen Wunsch haben, können dies in der Bibliothek tun. «Das Skill­board steht immer in der Bibliothek, die Jugendlichen können sich also jederzeit einschreiben», sagt die Bibliotheksmitarbeiterin Therese von Weissenfluh.

Von dem Angebot können alle Jugendlichen ab zehn Jahren aus Spiez und der Umgebung profitieren. «Für Kinder gibt es bereits eine Vielzahl an Angeboten», sagt Brigitte Burri. «Deshalb haben wir uns entschieden, die Kurse nur für Jugendliche anzubieten, die in die fünfte bis neunte Klasse gehen.»

Bibliothek als dritter Ort

Entstanden ist das Kursangebot aufgrund eines Ausschreibens des Kantons Bern zum Thema «Bibliothek als dritter Ort». «Nach einem Brainstorming sind vier Teilprojekte daraus entstanden», sagt Burri. Diese Teilprojekte sind die Skillbörse, das Projekt «Maker Space», Leseklubs und ein neues EC-Terminal.

«Die Skillbörse ist nun das erste Teilprojekt, das live geht», sagt Bri­gitte Burri. Ab Herbst werde auch das Projekt «Maker Space» starten, bei dem Spiezer Schulklassen Kurse in Robotik besuchen, einen Plotter benutzen oder bei einer Textilwerkstatt mitmachen können.

Ausserdem werden die vom Kanton bewilligten Projekte durch einen Unkostenbeitrag von ihm finanziert, wodurch nur in seltenen Fällen ein kleiner Betrag von den Teilnehmenden bezahlt werden müsse.

Von selbst laufendes Projekt

Ziel der Skillbörse ist, dass sie schliesslich von selbst läuft. «Für die ersten Kurse haben wir Jugendliche angefragt, die wir bereits kannten. Schön wäre es aber, wenn die Ideen für die nächsten Kurse von anderen ­Jugendlichen kommen», sagt Therese von Weissenfluh. Die Kurse werden von den Mitarbeiterinnen der Bibliothek koordiniert, so müssen die Kursleiter sich lediglich um das Programm kümmern.

«Es ist immer jemand da, der weiterhelfen könnte», sagt Brigitte Burri. «Dadurch fühlen sich die Kursleiter unterstützt. Die Kurse müssen einfach mit unseren Infrastrukturen funktionieren. Ein Kochkurs ­wäre deshalb beispielsweise nicht möglich.»

Nächste Kurse:

  • Dienstag, 5. Juni, 15.45 Uhr bis 16.45 Uhr, «Einfaches Origami».
  • Dienstag, 12. Juni, 15.45 Uhr bis 16.45 Uhr, «Affefuuscht-Schlüsselanhänger».
  • Dienstag, 19. Juni, 15.45 Uhr bis 16.45 Uhr, «Improvisationstheater».

www.bibliothek-spiez.ch

Berner Oberländer

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