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Vom wilden Haufen zum Marketing-Team

Die Spiez Marketing AG macht seit bald zehn Jahren den Oberländer Ort am Thunersee für Gästeund Einheimische attraktiv. Adrian Studer übernimmt das Präsidium von Hans Martin Hadorn.

Anne-Marie Günter
Der Smag-Verwaltungsrat auf der Eden-Terrasse (v.l.): Andreas Jaun, Peter Gertsch, der scheidende Präsident Hans Martin Hadorn, der neue Präsident Adrian Studer, Monika Lanz, Mirco Plozza, und Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner.
Der Smag-Verwaltungsrat auf der Eden-Terrasse (v.l.): Andreas Jaun, Peter Gertsch, der scheidende Präsident Hans Martin Hadorn, der neue Präsident Adrian Studer, Monika Lanz, Mirco Plozza, und Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner.
Anne-Marie Günter

Stimmberechtigt sind an der Generalversammlung der Spiez Marketing AG (Smag) nur drei Aktionäre, die Gemeinde, der Tourismusverein und der Gewerbeverein. Um transparent zu sein, werden Leistungsträger und die Medien eingeladen.

Die Vermarktungsunternehmung ist das Resultat einer langen Findungs- und Koordinationsphase. «2003 war viel Bewegung in der Bevölkerung. Es herrschte Aufbruchstimmung, aber es war ein wilder Haufen», erinnerte sich Verwaltungsratspräsident Hans Martin Hadorn am Mittwoch im Hotel Eden. Spiez habe früher Möglichkeiten verpasst, darunter ein Hallenbad, eine eidgenössische Sportschule, die Thunerseespiele.

Mit professioneller Unterstützung wurde mit touristischen Interessengruppen unter Einbezug des Gewerbes und auch der Agenda 21 eine Lösung erarbeitet, die sich seit 2009 offensichtlich bewährt. Die Spiez Marketing AG wurde gegründet, an der die Gemeinde mit 70 Prozent Hauptaktionär ist. Der AG fliessen auch die Kurtaxen zu. Ein professionelles Team übernimmt das operative Geschäft von Spiez Tourismus (Gäste holen) und die Wirtschaftsförderung in den Bereichen Wohnen und Gewerbe. Die Einnahmen der AG betrugen 2018 gut eine Million Franken, und ebenso viel wurde ausgegeben.

Spiez wird Seaside

Der Jahresbericht, den Geschäftsführer Stefan Seger auch mündlich vorstellte, zeigt einen eindrücklichen Leistungsausweis auf. Die Logiernächte sind um 21 Prozent auf 127'000 gestiegen, die Bettenauslastung beträgt 46 Prozent. Die grösste Gästegruppe in Spiez sind die Schweizer. Das traditionelle Spiezer Zügli, die Minigolf-Anlage und der Kanuweg Thunersee florieren. Die AG hat die Bootsvermietung Faulensee übernommen. Sie lancierte das Seaside Festival, das Ende August unter anderen mit Herbert Grönemeyer in die dritte Runde geht. «Demnächst werden alle 20'000 Tickets ihren Seasider gefunden haben», steht im Jahresbericht der AG. Dieses Jahr stehen das Seenachtsfest und am 13. September auch ein Jubiläumsfest der AG auf dem Programm. Als witziges und mietbares Marketinginstrument wurde der «Sealander» kreiert, ein schwimmendes Wohnmobil mit Spiezer Logo. Kreativ war die AG mit ihren Videos zum Zungenbrecher «DrPapschthetzSpiezzSpäckbschteckzschpätbschtellt» auf den Social Media.

Neu sollen Spiezer Gäste ein Wochenprogramm mit Tipps erhalten. Neu will die AG in die Vermietung einsteigen: Ihr können Wohnungen gemeldet werden; sie übernimmt die Vermietung inklusive Betreuung und Reinigung. Manuel Fischer, stellvertretender Geschäftsführer, sprach von einer Win-win-Situation: Ferienwohnungsbesitzer hätten keinen Aufwand mehr, und Spiez bekomme Betten in einem gesuchten Preissegment.

Präsident und Präsidentin

Hans Martin Hadorn, der in der Entwicklung der Spiez Marketing AG aktiv war und sie seit 2009 präsidiert hat, wurde mit Dank für den effizient geleisteten Einsatz verabschiedet. Sein Amt übernimmt mit Adrian Studer ein Mann, der als ehemaliger Chef des Berner Wirtschaftsamtes Beco ein grosses Beziehungsnetz hat.

Der Verein Spiez Tourismus, der Minderheitsaktionär (20 Prozent) der AG ist, wählte in seiner Versammlung Marlis Toneatti zur Präsidentin, der bisherige Präsident Mirco Plozza bleibt im Vorstand. Neu wurde Peter Aebersold-Ingold aus Einigen anstelle von Markus Schneider gewählt. Der Verein hat keine operativen Aufgaben, sichert aber seinen 198 Mitgliedern ein Forum und die Interessenvertretung in touristischen Gremien und unterstützt Projekte wie «Sealander» und Pedalokauf.

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