Vitale und kontrastreiche Vokalkunst

Interlaken

Klassischer Jodelgesang, Mani Matter, arrivierte Berner Komponisten bis hin zu einer brandneuen Komposition: Das Vokalensemble Ardent und Barbara Klossner gestalteten einen atemberaubenden Konzertabend der Extraklasse.

Die Männer des Vokalensembles Ardent stimmten mit Barbara Klossner in Adolf Stählis Jodellied «Am Thunersee» ein.<p class='credit'>(Bild: Heidy Mumenthaler)</p>

Die Männer des Vokalensembles Ardent stimmten mit Barbara Klossner in Adolf Stählis Jodellied «Am Thunersee» ein.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Seit 2009 überraschen sie mit ­innovativen und spartenübergreifenden Programmen. Erneut lockten das Vokalensemble Ardent und Patrick Secchiari ein neugieriges Publikum an und boten in der ausverkauften Schlosskirche Interlaken eine musikalische Sternstunde auf hohem Niveau.

Atemberaubend wirkte die weitgefächerte Bandbreite des Liederreigens des Vokalensem­bles und der Diemtigtalerin Barbara Klossner, auch Miss Helvetia genannt. Unter dem Motto «Wie klingt Bern? – Tout Berne chante» eröffnete die begnade Sängerin mit ihrem Diemtigtaler Naturjodel. Sie wusste von Anfang an die Akustik der Kirche voll auszuschöpfen. Danach kündete sie an: «Verfolgt die schönen Töne, die jetzt folgen.» Einmarschierend sang Ardent «Lueget, vo Berge und Tal». Eindrücklich wirkte der Jodel, der sich von der Empore her mit Unterstützung des Vokalensembles entfaltete.

Secchiari im Element

Unter der lockeren, engagierten Leitung von Patrick Secchiari wurden augenzwinkernd Röseligarte-Lieder dem Mani-Matter-Lied «Dr Hansjakobli und ds Babettli gegenübergestellt. «Ich liebe es, spannende Programme zusammenzustellen. Bei unserem Motto kamen wir nicht um Jodel herum, aber die gemeinsame Probearbeit mit der Stimmakrobatin par excellence Barbara Klossner hät mega gfägt», schwärmte der begnadete Chorleiter.

Nach Adolf Stählis «Am Thunersee» schnappten sich die Sängerinnen einen Partner und stimmten erfrischend, erquickend in «S’isch mer alles eis Ding» ein. Vom in Ittigen gebo­renen Jakob Ummel erklang «Bärnbiet», die heimliche Nationalhymne des Kantons Bern. Speziell wirkten klangliche Wiedergaben, als sich die Sängerinnen und Sänger in der Kirche verteilten.

Um das Glockengeläut zu überbrücken, griff Barbara Klossner zum Schwyzerörgeli, jodelte und teilte die Freude im Talerschwingen mit einem jungen Zuhörer. Zudem reichte es, das Publikum ins Jodeln einzuführen. Ohne Nebengeräusche konnte Ardent in drei Hesse-Lieder des anwesenden Komponisten Erwin Mattmann einstimmen.

Flair für Choreografisches

Schlicht und fröhlich ergötzte die Auswahl der «Blumenlieder» des Berners Komponisten Arthur Furer. Zum Abschluss des bunten musikalischen Spektrums setzte das Vokalensemble nebst der Sangeskunst in der Uraufführung von Christian Henkings «Mekiruziknuti» sein Flair für choreografische Umsetzungen in Szene.

Barbara Klossner und Ardent sorgten für unvergessliche Momente ­anlässlich des abwechslungsreichen Konzertabends der Extraklasse. Die beglückten Zuhörenden bedankten sich mit Standing Ovations.

Berner Oberländer

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