Interlaken

Viel Neues an der IGA

InterlakenWie kann man die alte Dame IGA neu erfinden? Zum einen, indem man sie einen Monat früher inszeniert, zum andern, indem man mit neuen Ausstellern spannende Angebote und Ideen findet.

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Neu, so heisst das Zauberwort in der Werbung, schon lange bevor es vor mehr als einem halben Jahrhundert eine erste Gewerbeausstellung in Interlaken gab. Damals noch bei Dietschis im Hotel Savoy an der Alpenstrasse, ich erinnere mich, wie wir Schul­buben die verwinkelten Gänge durchforsteten bei der Suche nach «Gratis-Müsterli» und spannenden Wettbewerben, bei denen es nur Gewinner gab ... Nun, die 48. IGA verspricht viel Neues, angefangen beim frühen Datum im Oktober. So passte denn auch der Werbespruch «Aus Alt wird Neu» – der in grossen Buchstaben über dem Stand der Verschönerer der Schweiz in Sachen Türen, Fenster, Treppen – ausgezeichnet zum neuen Image der IGA.

Suchend nach Neuem, mache ich mich auf den Weg, und hallo, kaum um die erste Ecke des Rundgangs, und schon schaut mir grinsend ein Murmeltier fragend in die Augen. «Wie wäre es mit einer Behandlung mit meiner ‹Murmelisalbe› aus Frutigen, hergestellt aus reinen natürlichen Produkten?» Kühl und mild soll die coole Version in Gelenke und Sehnen eindringen. Wärmend die rötliche Salbe wirken und angenehme Entspannung bringen.

Alles andere als Entspannung verspricht hingegen die Box von Profiboxerin Viviane Obenauf. «Investieren Sie in Ihre Lebensqualität. Mit Fitboxen gewinnen Sie an Energie», rät die zierliche Sportlerin. Beim Fitboxen werden alle Muskeln des Körpers trainiert. Mamis, Kids und solche mit einem «50 plus» am Rücken kommen auf ihre Rechnung und bleiben, wie der Nachname der sympathischen Trainerin verspricht: Obenauf. Sollte es trotzdem zu Verspannungen kommen – nun, ewig grüsst das Murmeltier ...

Feng Xinyi ist Therapeut für chinesische Medizin. Zusammen mit seiner Assistentin Yan Wen Bin stellt er traditionelle fernöstliche Heilmethoden zum ­ersten Mal an der IGA vor. Wer sich als Besucher traut, nimmt Platz und begibt sich in die Obhut des Therapeuten. Durch leichten Druck an den Hand­gelenken und viel Einfühlungsvermögen erfährt Feng Xinyi viel über den Gesundheitszustand des Menschen. Unverbindlich berät er bei Störungen über die Möglichkeiten einer behandelnden Therapie in der Praxis GONG TCM in Interlaken.

Doch auch Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, lehrt eine alte Weisheit. So können eine Suppe und ein Sandwich von der Brötlibar, ein Stück Alpkäse oder eine Portion Dauerwust vom Landwirtschaftsbetrieb «Rychegarte» in Unterseen Wunder wirken. Claudia Feuz präsentiert zum ersten Mal ihre «währschafti Ruschtig» aus dem Hoflädeli.

Kulinarisch – nun alles kann man nicht neu erfinden – setzt die IGA auf gutbürgerliche Tradition. Rund um den Marktplatz gruppieren sich bekannte, einheimische Betriebe. Es riecht nach frischem Kaffee – «däm vo hie» –, aus Unterseen stammen die «Räuberegge-Chüeche», eine Spezialität vom Michel-Beck aus dem Stedtli. Aus der Ferne klingen gemütliche Klänge live aus dem IGA-Aussenstudio von Radio BeO.

Im Kursaal-Restaurant Spycher – dieser ist neu in den Rundgang integriert, da gibt es kein Entkommen – sind Raclette und Fondue angesagt. Und wie sagen es die Wetterfrösche aus dem Muotatal so schön: «E chli stinke mueses ...»

(Berner Oberländer)

Erstellt: 22.10.2016, 12:02 Uhr

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