Vespern gehen fremd

Interlaken

Das Jahresthema der Vesperkonzerte 2019 ab 23. März lautet: «In der Fremde», mit Komponisten, die selbst weit gereist sind, und mit Musik aus nah und fern.

Die beiden Reiseleiterinnen «In der Fremde», Susanne Flück (l.) und Christine Thöni, reisen am 23. März «Übers weite Meer».

Die beiden Reiseleiterinnen «In der Fremde», Susanne Flück (l.) und Christine Thöni, reisen am 23. März «Übers weite Meer».

(Bild: Orith Tempelman)

Die beiden Organisatorinnen, Susanne Flück und Christine Thöni, haben sich auch für den diesjährigen Konzertzyklus Gedanken über ein passendes Thema gemacht und sind fündig geworden: «In der Fremde» wird das Publikum der sechs Vespern und des Familienkonzerts je rund eine Stunde verbringen. Im Familienkonzert, das am 23. März gleich zweimal, um 10.30 und 14 Uhr, durchgeführt wird, gehts gleich sehr weit weg, nämlich «Übers weite Meer».

Am gleichen Tag noch eine weitere Vesper

Das Barockensemble L’estro armonico – bestehend aus vier Musikerinnen und einem Musiker aus fünf verschiedenen Ländern – und dazu eine einheimische Erzählerin werden die Zuhörenden nicht nur passiv reisen lassen, sondern sie auffordern, kräftig mitzuhelfen, um den Dreimaster heil über die Weltmeere zu lotsen.

So viel sei verraten: Es wird unter anderem um Zeichnungen und Improvisationen gehen. Spätnachmittags um 17 Uhr des gleichen Tages findet bereits die 2. Vesper statt, mit einer Hommage an Arcangelo Corelli, dessen Musik weit über die Landesgrenzen hinaus einen beträchtlichen Einfluss hatte. Musizieren wird auch hier L’estro armonico.

Im 3. Vesperkonzert kommt ein Vogel geflogen – natürlich auch er von weit her; er bringt Melodien für Flöte und Orgel beispielsweise aus Argentinien und Polen und besondere «musikalische Süssigkeiten» aus Lübeck, Salzburg und – man höre und staune – sogar aus dem benachbarten Basel.

Vergnügliche Reise mit der Lütschine

Letztes Jahr fand das zweigeteilte Vesperkonzert vor und in der Kirche Gsteig viel Anklang – Grund genug für die Organisatorinnen, das Experiment auch dieses Jahr zu wagen, diesmal mit zwei Cellistinnen. Und da in der ersten Programmhälfte die Musik im Hintergrund vom Rauschen der Lütschine begleitet wird, können sich die Zuhörer gedanklich auf deren Wellen wieder auf eine lange Reise begeben, über verschiedene Seen und Flüsse bis ans Meer.

Auch das musikalische Programm verweilt nicht auf der Stelle, sondern macht einen zeitlichen Spagat vom Barock bis ins 20. Jahrhundert mit Werken aus diversen europäischen und südamerikanischen Ländern.

Im 5. Vesperkonzert wird zu Fuss gereist oder besser gesagt spaziert, und zwar auf dem Bödeli. Unter dem Motto «Reisende Komponisten» werden eine Organistin und zwei Organisten in der römisch-katholischen Kirche und der Schlosskirche Interlaken sowie in der Kirche Unterseen je ein eigenes Programm von 30 Minuten mit Werken von reisenden Komponisten vortragen.

Wie beim letzten Orgelspaziergang vor zwei Jahren werden die Spazierenden nicht nur in den Genuss von musikalischen Spezialitäten kommen, sondern auch von Züpfe, Hobelkäse und Wein.

Violine, Harfe und Autor Stephan Mathys

Das letzte Vesperkonzert findet traditionsgemäss am Ewigkeitssonntag statt und greift verschiedene Facetten des Jahresthemas «In der Fremde» auf. Violine und Harfe wecken Assoziationen und zeigen neue Zusammenhänge auf. Ergänzend dazu liest der Berner Autor Stephan Mathys seine Erzählung «Zweifamilienhaus» vor, die sich, passend zum Ewigkeitssonntag, mit dem Thema Vergänglichkeit befasst.

Berner Oberländer

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