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Vereint für fischfreundliche Gewässer

Mit Information und Ausbildung, mit politischem Einsatz und praktischer Arbeit setzen sich die sechs Vereine in der Fischerei-Pachtvereinigung Interlaken für Fische und ihre Lebensräume ein.

Dieser Aal wurde im 19. Jahrhundert im Thunersee gefangen. Die Fischer setzen sich dafür ein, dass es seine Artgenossen künftig wieder ins Oberland schaffen.
Dieser Aal wurde im 19. Jahrhundert im Thunersee gefangen. Die Fischer setzen sich dafür ein, dass es seine Artgenossen künftig wieder ins Oberland schaffen.
Sibylle Hunziker

«8599 Stunden Freiwilligenarbeit leisteten die Mitglieder der sechs in der PV Interlaken zusammengeschlossenen Fischereivereine 2017», berichtete Peter Fiechter, Präsident der Fischerei-Pachtvereinigung (PV), an der Hauptversammlung vom Freitag in Unterseen. Sie halfen beim Laichfischfang, zogen in ihren Anlagen Fische für den Besatz der örtlichen Gewässer auf, vermittelten in Kursen Wissen über Fische, Fischerei und Tierschutzvorschriften und unterstützten Gewässerrenaturierungen.

Mit dem Tag der Fischerei, Ausstellungen und Fischknus­perli-Ständen an den Märkten in Unterseen und an der Fischpasseinweihung beim IBI-Kraftwerk in Interlaken brachten sie Schutz und nachhaltige Nutzung der Gewässer auch einem breiten Publikum näher.Nebenbei wurde mit den Aktivitäten so viel Ertrag erwirtschaftet, dass die Rechnung mit einem Gewinn schloss – keine Selbstverständlichkeit, gehen doch von jedem Mitgliederbeitrag nur 2 Franken an die PV.

22 Franken pro Mitglied (2017 total 15686 Franken) gibt die PV dem kantonalen und dem Schweizer Dachverband sowie dem Kampffonds weiter. So unterstützen die Oberländer Fischer unter anderem den Kampf für die Sanierung von Flusskraftwerken in der ganzen Schweiz, damit auch lange Fische wie der Aal, der «Fisch des Jahres 2018», die Turbinen unbeschadet umschwimmen und künftig vielleicht wieder bis ins Berner Oberland kommen können.

Langer Atem für lange Fische

Mit langem Atem haben die Fischer auch den Renaturierungsfonds erkämpft, mit dem die Massnahmen im Kanton Bern finanziert werden. Im östlichen Oberland sind für die nächste Zeit acht Renaturierungen geplant; Fischereiaufseher Martin Flück berichtete von kleinen Plänen, etwa am Wychelbächli (Innertkirchen), ebenso wie vom grossen Projekt für den Rychenbach (Schattenhalb) oder von der Sanierung der Sandweidli-Sperre, nach der die Seeforellen wieder bis nach Stechelberg schwimmen können.

Daneben wehrt sich die PV aber auch für die Erhaltung naturnaher Bäche – aktuell in Verhandlungen um das geplante BKW-Kraftwerk am Sousbach. «Wenn wir diesen Eingriff nicht verhindern können, wollen wir wenigstens erreichen, dass dafür andere Bäche in Ruhe gelassen werden», sagte Peter Fiechter.

Wahlen und Putzen

Neu in den Vorstand wählte die Versammlung Marcel Frutiger vom Fischereiverein Ringgenberg-Goldswil und Toni Brunner vom Oberländischen Fischereiverein Interlaken als Nachfolger von Peter Ryf und Stefan Tschanz.

Das Programm 2018 packt die PV gleich nächsten Samstag mit dem Aareputz auf dem Bödeli an: Fischer und weitere Freiwillige holen zusammen mit Tauchern, Seepolizei und Gemeindewerkhöfen illegal entsorgtes Material aus dem Wasser und setzen damit auch ein Zeichen, dass alle Sorge tragen müssen zu den Ge­wässern.

Felchen, Egli und Forellen

Die Gewässer werden aber nicht nur geschützt, sondern auch ­befischt. Am Thunersee fingen Berufs- und Angelfischer zwar etwas weniger Felchen als im Vorjahr, wie Peter Fiechter berichtete. Dafür wurden im Brienzersee wieder mehr und grössere Felchen gefangen, dazu schöne Egli und Seeforellen.

Als Beitrag ans kantonale Sparpaket sollen die Patentgebühren mit dem neuen Fischereigesetz massiv aufschlagen, wie Markus Meyer, Präsident des Bernisch Kantonalen Fischereiverbandes (BKFV), erklärte. Dafür soll der längst geforderte Hegebeitrag eingeführt werden für Fischer, die in keinem Verein mitmachen und bisher als «Trittbrettfahrer» von deren Engagement profitieren. Zum neuen Gesetz wird Regierungsrat Christoph Ammann den Fischern an der BKFV-Hauptversammlung am 10. März in Innertkirchen Rede und Antwort stehen.

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