Zum Hauptinhalt springen

Verein Bikestrecke hat eine Strafanzeige am Hals

Pro Natura Berner Oberland wirft dem Verein Bikestrecke Grütschalp vor, wichtige Informationen betreffend den neuen Grütsch-Trail unterschlagen zu haben. Tatsächlich sieht sich der Verein mit einer Strafanzeige konfrontiert.

Am Samstag wurde der Biketrail von der Grütschalp nach Lauterbrunnen eröffnet – nun meldet sich Pro Natura zu Wort.
Am Samstag wurde der Biketrail von der Grütschalp nach Lauterbrunnen eröffnet – nun meldet sich Pro Natura zu Wort.
Peter Wenger

Letzten Donnerstag fand das Pre-Opening statt, am Samstag dann die offizielle Eröffnung. Jetzt folgt in Sachen Grütsch-Trail Lauterbrunnen schon der erste Hammer. Pro Natura Berner Oberland bezeichnet die Eröffnung des Trails als «Bschiss» und behauptet in einer geharnischten Medienmitteilung, dass wichtige Tat­sachen gegenüber den Medien verschwiegen worden seien.

Die eröffnete Strecke entspreche zum Teil nicht den mit den Behörden und den Einsprechern beschrittenen und in der Baubewilligung festgehaltenen Plänen, schreibt Pro-Natura-Vizepräsident Hans Fritschi. «Dies punkto Linienführung, Kunstbauten und Breite.» Ausserdem widerspreche die Baute dem Bundesrecht: Im Gebiet Alpwäg sei eine Hecke illegal gerodet worden. «Wir gehen davon aus, dass die zuständigen Behörden von Gemeinde und Kanton baupolizeiliche Massnahmen ergriffen und Strafanzeige erstattet haben.»

«Es gibt Abweichungen»

Die Baubewilligung für den Grütsch-Trail liegt seit März 2015 vor, als Pro Natura Berner Oberland ihre Einsprache zurückgezogen hatte. Anschliessend wurde gebaut – allerdings nicht haargenau den Plänen entsprechend, wie der stellvertretende Regierungsstatthalter Sandro Wegmüller gegenüber dieser Zeitung sagt. «Diesen Monat fand die Schlussabnahme statt. Schon zuvor wurde ersichtlich, dass es einige Abweichungen gegenüber den vorliegenden Plänen gibt.»

Wegmüller bestätigt auch den Vorwurf Fritschis, wonach im Rahmen der Bauarbeiten eine Hecke illegal gerodet worden sei. «Der Wildhüter hat bei der Staatsanwaltschaft Oberland in Thun bereits Strafanzeige gegen die Bauherrschaft eingereicht», so Wegmüller.

Bauherrin des Trails ist der Verein Bikestrecke Grütschalp. Dessen Präsident Werner Imboden sagt auf Anfrage: «Wir sind keine Baubewilligungsbehörde und geben in dieser Angelegenheit keine Auskunft.»

Hecke wieder aufforsten

Dass die Bauarbeiten von den Plänen abweichend ausgeführt wurden, hat Konsequenzen: «Wir haben die Bauherrschaft bereits aufgefordert, umgehend die Pläne für ein Projektänderungsgesuch einzureichen», sagt Sandro Wegmüller. Danach wird der Biketrail im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens nochmals publiziert. In dieses Verfahren integriert wird auch der Fall der gerodeten Hecke. Strafrechtlich müsse die Staatsanwaltschaft darüber befinden, so Wegmüller.

Allerdings fordert auch das Regierungsstatthalteramt einen Bericht von Fachstellen an. «Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass die Hecke irgendwo wieder aufgeforstet wird.» Dies entspräche den Vorstellungen von Pro Natura. «Wir bestehen auf vollständige Wiederherstellung oder Realersatz», heisst es in der Mitteilung.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch