Grindelwald

V-Bahn: Weitere wichtige Hürde ist geschafft

GrindelwaldDie Stiftung Landschaftsschutz und Pro Natura haben einen Beschwerdeverzicht erklärt. Somit haben die Jungfraubahnen sieben Wochen nach der Einigung mit den Scheidegg-Hotels auch eine weitere der verbleibenden Hürden erfolgreich gemeistert. Jetzt stehen nur noch zwei Einsprachen im Weg.

So soll der Terminal der V-Bahn in Grindelwald Grund dereinst aussehen.

So soll der Terminal der V-Bahn in Grindelwald Grund dereinst aussehen. Bild: Visualisierung zvg

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«Wir konnten im Laufe des Verfahrens zahlreiche Verbesserungen erreichen»: dies der Hauptgrund für die Stiftung Landschaftsschutz und Pro Natura Bern für ihren künftigen Beschwerdeverzicht in Sachen V-Projekt.

In ihrer gemeinsamen Medienmitteilung teilen die beiden Umweltorga­nisationen am Freitag mit, «dass wir gegen den Plangenehmigungsentscheid keine Beschwerde einlegen werden – vorausgesetzt, dass die beantragten Projektverbesserungen und Ersatz- und Wiederherstellungsmassnahmen vollumfänglich in den Entscheid aufgenommen werden und keine bislang unbekannten Umweltprobleme auftauchen».

Galerie soll «getarnt» werden

Die Optimierung des Bahnprojekts hat bereits Mitte Oktober zur Einigung mit der Scheidegg Hotels AG geführt. Im Detail sind dies die Höhenreduktion der zweitobersten Zwischenstütze von 23 auf 19,5 Meter, der obersten von 35 auf 29,5 Meter und die Positionierung letzterer um eine Stützenbreite weiter talwärts. Diese Massnahmen tragen laut Umweltorganisationen unter anderem dazu bei, die Beeinträchtigung der als Teil des Unesco-Weltnaturerbes deklarierten Eigernordwand zu verringern.

«Weiter sieht das Projekt diverse Ersatzmassnahmen vor. So soll die heute in weissem Beton gebaute und sehr auffällige, über einen halben Kilometer lange Lawinenschutzgalerie Sträätli der Wengernalpbahn farblich abgedunkelt und mit gezielten Bepflanzungen besser in die Landschaft eingepasst werden», schreibt die Stiftung Landschaftsschutz.

Wie bereits vor sieben Wochen verlautete, werden zudem das Tipi und das Valser-Zelt auf der Kleinen Scheidegg durch neue Angebote ersetzt, und die Jungfraubahnen verzichten nach Eröffnung des Eiger-Expresses auf die Fortführung des Saisonschlusskonzerts Snowpenair, was bekanntlich zur Einigung mit den Scheidegg-Hotels geführt hat.

Unauffälligere Gondeln

Es ist ein grosser Stein, welcher Jungfraubahn-CEO Urs Kessler vom Herzen gefallen ist: «Nach der Einigung mit der Scheidegg Hotels AG vor sieben Wochen ist der Beschwerdeverzicht von Pro Natura und der Stiftung Landschaftsschutz jetzt ein grosser Meilenstein für die geplante V-Bahn.»

Es sei das Resultat jahrelanger Verhandlungen und Projektoptimierungen. «So werden wir die Gondeln nun in unauf­fälligem Anthrazit gestalten, anstatt wie ursprünglich geplant in Rot mit einem Schweizer Kreuz. Auch wird die Gondelführung optimiert, was heisst, dass wir nur bei entsprechender Nachfrage Volllast fahren werden.»

Einen zentralen Punkt bilden laut Urs Kessler auch die angebotenen Ersatzmassnahmen bei der WAB-Lawinenschutzgalerie Sträätli, die sich zwischen den Bahnstationen Alpiglen und Kleine Scheidegg oberhalb des Arvengartens befindet.

Kommt es zur Enteignung?

Nun steht noch eine letzte Hürde vor der definitiven Projektrealisierung des Eiger-Expresses: Ein privater Landbesitzer und eine zweite, aus drei Frauen bestehende Privatpartei wehren sich nach wie vor entschlossen gegen die neue Gondelbahn. «Wir versuchen auch hier nach wie vor, eine Lösung zu finden, aber es ist in der Tat sehr schwierig», so Kessler. Man möchte halt lieber aussergerichtlich und ohne amtliches Enteignungsverfahren eine Einigung erzielen.

Ziel der Jungfraubahnen ist der Baubeginn im nächsten Frühling, damit die neue Männlichenbahn Ende 2019 und der Eiger-Express ein Jahr danach, Ende 2020, eröffnet werden können. (Berner Oberländer)

Erstellt: 08.12.2017, 12:16 Uhr

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