V-Bahn wird nochmals aufgelegt

Grindelwald

Die Planung der V-Bahn muss auf Gemeindeebene nochmals aufgelegt werden. Dies, weil die Zuständigkeiten von Bund und Kanton neu definiert werden mussten. Der Gemeinderat ist aber optimistisch, dass das Projekt nicht verzögert wird.

So soll der Terminal der V-Bahn in Grindelwald Grund dereinst aussehen. Der Gemeinderat legt die entsprechenden Überbauungsordnungen nochmals öffentlich auf.

So soll der Terminal der V-Bahn in Grindelwald Grund dereinst aussehen. Der Gemeinderat legt die entsprechenden Überbauungsordnungen nochmals öffentlich auf.

(Bild: Visualisierung zvg)

Samuel Günter@samuel_guenter

«Nun sind die Zuständigkeiten geklärt», meinte Grindelwalds Gemeindepräsident Christian Anderegg gestern an der Medieninformation zu den Gemeinderatsgeschäften. Gemeint war der Genehmigungsprozess für die V-Bahn. Diesen Sommer hatte die Justiz-, Gemeinde und Kirchendirektion (JGK) des Kantons Bern zwei Beschwerden gegen das Verfahren teilweise gutgeheissen. Grund: die fehlerhafte Aufteilung zwischen den Zuständigkeiten von Bund und Kanton. Genauer von Bundesamt für Verkehr und dem Amt für Gemeinden und Raumordnung. Die JGK wies das Projekt zurück an die betroffenen Gemeinden zur Überarbeitung.

Kleine Änderungen

Anderegg zeigte sich erfreut, dass nun Klarheit herrsche und die entsprechende Unterteilung vorgenommen werden konnte. So musste die Überbauungsordnung «Erschliessung Grund» aufgeteilt werden. Für die Basiserschliessung der Station und die Verlegung und die Eindolung des Tuftbachs ist das BAV in einem Plangenehmigungsverfahren zuständig. Laut Anderegg war man zuweilen in den Unterlagen gar zu genau.

Das Projekt erfuhr auch geringfügige Änderungen. Etwa bei der Brücke im Grund. «Anstelle eines Damms mit drei Wellstahldurchlässen ist eine elegantere Brückenkonstruktion geplant, die weniger Land beansprucht und den Durchfluss bei einem Hochwasserereignis erleichtert», erklärte Anderegg.

Erneute Auflage

Nun muss das Projekt nochmals öffentlich aufgelegt werden. Dies macht Grindelwald zeitgleich mit der Gemeinde Lauterbrunnen von kommendem Montag, 14. Dezember, bis zum 15. Januar. Dann können auch wieder Einsprachen erhoben werden. «Allerdings nur zu den Änderungen», erklärte Anderegg. «Die schon erledigten Einsprachen können nicht nochmals eingebracht werden.» Der Gemeinderat sei zuversichtlich, dass das Verfahren rasch abgewickelt werden könne, da es nur noch um Details gehe. «Aber man weiss nie.»

Anderegg kann keine Angaben machen, welchen Einfluss es auf die bestehenden Einsprachen habe, dass nun verschiedene Teile unter der Verantwortung des BAV laufen. Er betonte auch, dass der Prozess um die Genehmigung der V-Bahn durch die Zusatzschlaufe nicht erneut verzögert werde. «Das Verfahren auf kantonaler und Bundesebene läuft weiter.» Allerdings habe es Zeit gekosten, bis die JGK die Zuständigkeiten geregelt habe.

Kleinere beschneite Fläche

Neben der V-Bahn musste sich der Grindelwalder Gemeinderat mit weiteren Baugeschäften ­auseinandersetzen. Die Überbauungsordnung «Männlichen-Kleine Scheidegg» soll angepasst werden. «Es geht um die Verbindung zwischen der Kleinen Scheidegg und Männlichen.» Es ist eine Einsprache von Pro Natura hängig. Die Anpassung sieht eine Reduzierung der beschneiten Fläche von 2,6 auf 1,2 Hektaren vor. Weiter wurden die Leitungsführung und das Wassernutzungskonzept angepasst und Ersatzmassnahmen beschlossen, weshalb Pro Natura den Rückzug der Einsprache in Aussicht gestellt habe.

Golfplatz und Loipe

Zwei weitere Überbauungsordnungen legt der Gemeinderat zur Mitwirkung auf. Zum einen den Golfplatz. «Hier geht es um eine Legalisierung», erklärt Anderegg. Der Golfplatz wurde 2012 von sechs auf neun Löcher ausgebaut. Die Anlage muss nun angepasst werden. So liegt heute ein Abschlag in einem Auenschutz­gebiet.

Zum anderen geht es bei der Mitwirkung um die Langlaufloipe. Hier soll eine künstliche Beschneiung ermöglicht werden. «Keine flächendeckende», betonte Anderegg. «An drei Orten sollen Schneehaufen produziert werden.»

Berner Oberländer

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