Stockhornbahn investiert in die Zukunft

Stockhorn

Spielplatz, Seehüttli, ein rollstuhlgerechter Rundwanderweg kurz vor dem Abschluss: Die Stockhornbahn investiert in die Zukunft. Und weitere Projekte sollen in den kommenden Jahren folgen – neue Panoramagondeln inklusive.

Da ist ein Schiff beim Hinterstockensee gestrandet: Mit viel Liebe zum Detail entsteht gerade der neue Kinderspielplatz bei der Mittelstation der Stockhornbahn.

Da ist ein Schiff beim Hinterstockensee gestrandet: Mit viel Liebe zum Detail entsteht gerade der neue Kinderspielplatz bei der Mittelstation der Stockhornbahn.

(Bild: Claudius Jezella)

Wie ein grosser, ausgeblichener Haufen Strandgut ragen die Baumstämme in den blauen Himmel. Das gestrandete Schiffswrack soll Fantasie und Spieltrieb der jungen Besucher wecken. Und wer das riesige Vogelnest erklettert, findet möglicherweise Spuren von Aquilino, dem Adler-Maskottchen der Bahn.

«Für Kinder hatten wir bisher zu wenig im Angebot», stellt Alfred Schwarz fest. Mit dem neuen Spielplatz am Ufer des Hinterstockensees will der Geschäftsführer der Stockhornbahn AG dieses Defizit beseitigen. Doch auch für Regen- oder Ruhepausen im Schatten für Eltern, Kinder, Wanderer und Fischer wird bald gesorgt sein, denn direkt neben dem Spielplatz entsteht das Seehüttli, ausgestattet mit Tischen, Bänken, Spielen, Grillstelle und WC, das dank seiner offenen Dachkonstruktion den Blick auf die Berge und den See freigibt.

Rollstuhl und Kinderwagen

Wenn am 22. September diese beiden Neuheiten eingeweiht werden, wird auch der Seerundwanderweg, an dem sie liegen, so weit ausgebaut sein, dass er mit geländegängigen Rollstühlen und Kinderwagen befahren werden kann.

In den vergangenen Monaten wurde der beliebte Weg um den Hinterstockensee mit Start an der Mittelstation Chrindi vor allem durch ehrenamtliches Engagement von grossen Steinen befreit und geebnet.

Zusätzlich zu Geld- und Materialspenden der Freunde des Stockhorns sowie der Stiftung Cerebral halfen mehr als 40 Mitglieder der Rotary-Clubs Thun, Thun-Niesen und Gerzensee-Gantrisch sowie eine Schulklasse des Oberstufenzentrums Belp und 8 minderjährige Asyl­suchende tatkräftig mit bei der Realisierung des Projekts «No limits». Gekostet haben die drei Projekte insgesamt rund 460 000 Franken.

Und damit sind die Planungen des Bahnunternehmens aber keinesfalls abgeschlossen. Weitere Investitionen in Gästekomfort und Infrastruktur stehen bevor. Bereits im Herbst soll der Gästeempfang bei der Talstation um einen Anbau erweitert werden.

Viel Neues vorgesehen Vorgesehen ist eine Vorhalle mit Infowänden, Bildschirm und ­Livecam, «damit der Gast gleich sieht, wie es oben auf dem Berg aussieht», erläutert Alfred Schwarz. Zum Beispiel auf der Dachterrasse des Panoramarestaurants, wo es ab 2017 einen ­Geschicklichkeitsparcours «Gemschi-Sprung» geben soll. Zur Vervollständigung des Kinderangebots ist ein Entdeckertrail mit Aquilino vorgesehen.

Eine grössere Investition kommt dann zum 50-Jahr-Jubiläum der Stockhornbahn. Nachdem Antrieb und Steuerung in der oberen Sequenz der Bergbahn bereits erneuert wurden, ist 2018 der untere Bereich an der Reihe.

Dabei sollen dann auch gleich die Kabinen der unteren Sektion durch moderne Exem­plare mit grossen Panoramafenstern ersetzt werden. Kosten: 3,5 Millionen Franken. Bisher lediglich als Ideen existieren ein Kinderklettergarten im Chrindi oder die Beschäftigung von Stockhorn-Rangern.

«Partner statt Konkurrenten»

Insgesamt hat das Unternehmen 8 bis 9 Millionen Franken für die Realisierung der Projekte zwischen 2014 und 2024 veranschlagt. «Dabei gilt jedoch stets der Grundsatz: Was können wir uns leisten?», sagt der Geschäftsführer, der das Unternehmen «auf einem guten Weg» sieht.

Neben dem Verein Freunde des Stockhorns gebe es noch zahlreiche andere Firmen und Privatpersonen, die die Stockhornbahn finanziell und durch Sachspenden unterstützten. Frisches Geld brachte zudem die Aktienkapitalerhöhung im Jahr 2014 auf 2,1 Millionen Franken ein. «Es sind übrigens noch Aktien verfügbar», so Schwarz. Und die Konkurrenz?

Und wie will sich die Bergbahn angesichts der Konkurrenz von nah und fern künftig positio­nieren? «In Niederhorn und Niesen sehen wir eher Partner als Konkurrenten», erklärt Alfred Schwarz und verweist auf die gemeinsame Frühlingsaktion sowie Marketingaktionen im erweiterten Einzugsgebiet.

Ansonsten laute das Konzept am Stockhorn: «Am Tag Natur erleben, am Abend geniessen. Wir wollen kein Halligalli-Berg sein.» Dabei handele es sich bei den Gästen in der überwiegenden Mehrheit um Tagesgäste aus der Schweiz. Der Anteil von ausländischen Touristen, zu denen mittlerweile auch vermehrt arabische Gäste gehören, liegt laut Schwarz bei gerade einmal 15 Prozent.

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