Unterkunft für 40 Asylsuchende

Kandersteg

Jugendliche Asylsuchende sollen in ehemaligen Gebäuden der Armee Unterkunft erhalten. An einem Informationsabend will man die Bevölkerung entsprechend informieren.

Eingangs von Kandersteg stehen diese ehemaligen Armeeunterkünfte, die nun für Asylsuchende genutzt werden sollen.

Eingangs von Kandersteg stehen diese ehemaligen Armeeunterkünfte, die nun für Asylsuchende genutzt werden sollen.

(Bild: Hans Rudolf Schneider)

UMA, sogenannte unbegleitete, minderjährige Asylsuchende sollen ab nächstem Jahr auch in Kandersteg eine temporäre Heimat erhalten. Das teilten die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern sowie die Gemeinde Kandersteg gestern mit.«Ab Mitte Januar 2017 verfügt der Kanton Bern über eine strategische Reserve für die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden.»

Dabei handelt es sich um eine ehemalige Armeeunterkunft mit 40 Plätzen in Kandersteg. «Bei Bedarf kann diese An­lage innerhalb kurzer Zeit in Betrieb genommen werden.» Dies wäre etwa bei einem starken Anstieg der Asylgesuche der Fall.

Wie die Kandersteger Gemeinderatspräsidentin Barbara Jost-Schrepfer gestern mitteilte, sind die Gebäude im Besitz der Armasuisse. «Wir wussten, dass der Migrationsdienst des Kantons auf der Suche nach ehemaligen Armeeunterkünften war», sagte sie auf Anfrage. Der jetzige Entscheid sei keine Überraschung: «Bis dahin liefen Abklärungen zum baulichen Zustand der möglichen Unterkünfte.» Diese befinden sich auf der rechten Seite eingangs von Kandersteg.

Meist junge Männer

Claudia Ransberger, stellvertretende Leiterin Migrationsdienst des Kantons Bern, erklärt, in Kandersteg würden höchstens 40 Plätze genutzt. «Diese Unterkunft kommt zum Zug, wenn anderswo temporär zu wenig Platz zur Verfügung steht.» Wann und wo die jugendlichen Asylsuchenden zur Schule gehen würden, werde am Informationsabend erläutert.

Betrieben wird die Unterkunft von der Zentrum Bäregg GmbH, die beispielsweise in Grindelwald oder in Unterseen Wohnheime führe. Im Kanton Bern seien derzeit rund 490 unbegleitete Kinder und Jugendliche in den genannten Wohnheimen, externen Institutionen oder bei Pflegefamilien untergebracht. «Die meisten davon im Alter von 13 Jahren bis zur Volljährigkeit», sagt Ransberger. Der grössere Anteil seien männliche Asylsuchende.

Am kommenden Dienstag wird für die Bevölkerung ein Informationsanlass durchgeführt. Moderiert wird dieser durch Regierungsstatthalter Christian Rubin. Anwesend sein werden Vertreter der Gemeinde Kandersteg, der Zentrum Bäregg GmbH sowie des Migrationsdienstes des Kantons.

Auch in Beatenberg

Mitte August fand ein ähnlicher Anlass in Beatenberg statt. Dort will man ab diesem Monat 40 bis 50 UMA im ehemaligen Schulhaus Schmocken einquartieren. Schweizweit für Schlagzeilen sorgte die Meldung, dass im Juni bei einer Auseinandersetzung im Zentrum für unbegleitete minderjährige Asylsuchende in Unterseen ein 16-Jähriger leicht verletzt wurde.

Der Anlassfindet am Dienstag, 20. September, 20 Uhr, im Gemeindesaal statt.

Berner Oberländer

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