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Unspunnens junger Jodel-Chor probt

Junges Jodeln als Projekt: Am Unspunnenfest wird ein sehr stattlicher Jodlerchor auftreten. 47 junge Jodlerinnen und Jodler üben gegenwärtig unter der Leitung von Daniel Zobrist.

Der junge Jodelchor mit Dirigent Daniel Zobrist bei der Probe.
Der junge Jodelchor mit Dirigent Daniel Zobrist bei der Probe.
Anne-Marie Günter

Gegen 20 Uhr trudeln sie im Haus der Musik in Interlaken ein: junge Leute, vereinzelt im Edelweisshemd, aber auch in rockigem Shirt, eleganter Bluse, Pulli. Man sieht es der Gruppe nicht an, aber am Unspunnenfest wird sie als ein 45-köpfiger Jodlerchor auf den offiziellen Bühnen stehen. Die Mitglieder kommen vom Bödeli, aber auch aus Innertkirchen, aus dem Eriz, aus Oey, vom Hasliberg, aus Grindelwald.

Viele von ihnen haben früher in einem Kinderjodlerchörli ge­sungen. «Wir haben uns überlegt, was wohl die ehemaligen Mitglieder des Chinderchörli Bödeli machen», sagte Marianna Lehmann an einer Medienorientierung. «Wir», das sind sie und Albert Lüthi, die 2001 dieses Chörli initiiert und mitgegründet haben, das an Festen und Feiern Herzen wärmt. Seither sind 150 Chörlikinder junge Erwachsene geworden. Jodeln sie noch? «Es hat sich gezeigt, dass junge Leute eher bereit sind, in einem zeitlich begrenzten Projekt mitzumachen», sagt Albert Lüthi.

Das passt zum Unspunnenfest. Dieses hat sich ja auch Jugend auf die Fahne geschrieben, und ein junger Festchor ist genau das Richtige. Mit den Jodlerinnen Corinne Seematter und Olivia Zingrich und der Volksmusikerin Janine Bösiger fanden sich drei junge Frauen, wel­che das «Jugend-Jodel-Projekt Unspunnen 2017» tatkräftig un­terstützen. 150 junge Leute interessierten sich, 47 entschlossen sich, definitiv mitzumachen.

Albert Lüthi freut sich, dass 18 junge Männer mitmachen, was vielleicht auch ein bisschen auf die teilnehmenden Jodlerinnen zurückzuführen sei. Jedenfalls sind unter den jungen Männern sogar vier Innerschweizer. Zwei davon sind vom Jodlerklub Wiesenberg, der mit «Ewigi Liebi» zum Kult geworden ist. Die Liebe wird, das ist klar, auch im Repertoire des jungen Jodlerchors Platz haben, zum Beispiel mit einem Lied von Ueli Moor. Es geht auch um Heimatliebe. Und da gibts sogar ein Experiment: Trauffers «Heiterefahne», arrangiert für den jungen Jodlerchor.

Arrangiert hat den Alpentainer-Song Daniel Zobrist aus Beatenberg. Er ist der Dirigent, der alle zwei Wochen mit dem Chor intensiv probt, so richtig profimässig, mit Lockerungsübungen für Körper und Stimme. Unterstützt wird er von Erwin Howald. «Heiterefahne» macht bei der Probe hörbar Spass, ist aber doch noch ei­ne Herausforderung, weil der Rhythmus schon sehr anders ist als bei den traditionellen Jodelliedern.

«Doch man bekommt hier gute Tipps», sagt Christian Siegrist aus Beatenberg. Er war eines der ersten Mitglieder des Chinderchörli Bödeli und singt heute in zwei Jodelklubs. Die Jodelkompetenz – das manifestiert sich an der Probe deutlich – ist bei diesem Jodelprojekt sehr hoch. Fast alle Sängerinnen und Sänger kommen vom Jodeln her. Viele sind in Klubs. Es ist eine Freude, ihnen zuzuhören, denn da entsteht ein Chor, der sich für Qualität in der Tradition und auch für etwas Neues begeistern lässt.

Ein spezielles Chormitglied ist Fanny Känzig aus Court im Berner Jura. Sie hat das Projekt im Internet gesehen, und ihre Maman bringt sie jetzt zu allen Proben. Sie am Alphorn und Janine Bösiger am Schwyzerörgeli sind die einzigen Instrumentalisten im Projekt. Fanny Känzigs Alphorn stammt von Heinz Tschiemer aus Habkern, der auch ein passendes Zwischenstück hat, damit es die richtige Tonlage hat. Die erste Kostprobe des Jodlerchors wird am 23. April in St. Stephan zu hören sein, wo er am Brunch des Jodlerklubs zu Gast ist.

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