«Unser Plastik geht nicht nach China»

Lenk

Kunststoffabfälle wie Plastikfolien und Getränke­flaschen werden über den allwöchentlichen Kehricht den Verbrennungsanlagen zugeführt.

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Für die Entsorgungsanlage der Gemeinde Lenk im Klöpflisberg ist die Firma Muldenservice Buchs AG Entsorgungen/Re­cycling und Transporte die Betreiberin. Zu den Entsorgungen aller Art aus Demontagen, Rückbauten und Gebäudeabbrüchen ist das Familienunternehmen auf das Wiederverwerten von Materialien wie Altmetallen, Elektroschrott, Holz, Kunststoffen und anderem mehr spezialisiert. Dazu sagt Sandro Buchs, seit 2017 Inhaber und Geschäftsführer: «Im Recyclingbereich werden fast täglich in irgendeiner Form Fortschritte erzielt. Biologische Baustoffe und ökologische Techniken sind unser Alltag.»

Nach Verursacherprinzip

In jedem Haushalt landauf, landab ist eine Zunahme von Kunststoffabfall feststellbar. Doch Plastikflaschen, Joghurtbecher, Plastiktragtaschen und vieles mehr können separat gesammelt werden – mit der gezielten Rückführung in den Materialkreislauf, Kohle und Erdöl sparend. Der seit 2016 bei der Buchs AG ein­geführte Sammelsack für Plastik sorgte weitherum für Gesprächsstoff.

«Im Recycling­bereich werden fast täglich Fortschritte erzielt.»Sandro Buchs, Inhaber

Geschäftsführer Buchs erklärt: «Oberwil wollte Kunststoff separat sammeln. Die Avag machte an verschiedenen Orten ein Pilotprojekt, doch dies war für sie nicht selbsttragend. Wir lancierten einen gebührenpflichtigen Sammelsack auf dem Verur­sacherprinzip – 60 Liter für 2.80 Franken. Mit der Wiedereinführung durch die Avag kam es zur gegenseitigen Konkurrenz.» Heute entscheidet der Konsument zwischen Avag und Buchs.

Durch das getrennte Sammeln senken sich die Abfallkosten des Verursachers, und brauchbare Werkstoffe müssen nicht im­portiert werden. Sandro Buchs: «Unser Plastik geht sortiert und in geschnürten 500-Kilo-Ballen ins Vorarlbergische und nicht nach China. Es entstehen bei der Rückgewinnung hochwertige Granulate, und nur ein Teil geht als Brennstoff anstelle von Braunkohle in die Zementin­dustrie.»

6000 Tonnen Sammelgut

In der Deponie Klöpflisberg werden jährlich etwa 3500 Tonnen Abfall sortiert und direkt wiederverwertet. Gegen 1600 Tonnen Bauschutt und sogenannte Inertstoffe werden abgelagert. Für die Herstellung und Aufbereitung von Koffermaterial sind es 500 Tonnen Betonabbruch. Dazu kommen aus der Region 100 Tonnen Grünzeug. Die daraus gewonnene Komposterde findet an der Lenk ihre Wiederver­wendung.

Neubau geplant

Parallel zum Sammelangebot wurde auch der Fahrzeugpark erneuert und entsprechend ausgerüstet. Ins Auge gefasst wird der Bau eines Betriebsgebäudes. Geschäftsführer Buchs begründet den Neubau: «Für die temporär betriebenen Maschinen sowie die händische Sortierung sind die Platzverhältnisse in den Provisorien mit Containern und Zelten eng. Zudem ist die Aufbereitung vor Ort auch Wertschöpfung.»

Berner Oberländer

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