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Umzug im Nebel — Musik am Trockenen

Der Sommer machte am 55. Dorffest in Mürren Pause. Der Umzug fand am Sonntagmittag trotzdem den Weg durch den Nebel zum Sportzentrum, wo am Nachmittag in der Mehrzweckhalle das Talmusik­treffen über die Bühne ging.

Die Mürren-Musig spielte auf. Sie war Gastgeberin des Talmusiktreffens.
Die Mürren-Musig spielte auf. Sie war Gastgeberin des Talmusiktreffens.
Ueli Flück

Wenn die Mürrner mit ihren Gästen feiern, dann richtig. Das dreitätige Fest begann am Freitagabend mit einem Heimatabend und wurde am Samstagabend mit einem Konzert der Musikgesellschaft Bubendorf BL fortgesetzt. Kinder konnten sich schminken lassen und dann erleben, wie es in einer Disco so zu- und hergeht. Die Erwachsenen tanzten bis 2 Uhr in der Früh. An allen Festtagen erlebten die Festwirtschaft und die Bar Hochbetrieb, ein Schiessstand war eingerichtet, und an einer Wand konnte geklettert werden.

Silvia von Allmen und ihre Helferinnen lockten viele Kaufwillige ins Flohmarktzelt. Die Bondies, der Nachwuchs der Skiklubs Mürren und Stechelberg, können sich an einem zünftigen Zustupf für ihre Kasse freuen.

Kühe, Teufel und Trychler

Wie hatten doch die Leute in letzter Zeit über die Hitze geklagt. Das Mürren-Dorffest-OK hatte Erbarmen mit dem schweisstriefenden Volk und drehte am Sonntag den Schalter auf «kühl». Das Dorf hüllte sich in Nebel, es nieselte und schüttete. Abwechslungsweise. Geschmückt wie sonst beim Alpabzug üblich führten Weibels Kühe, die von Winteregg-Oberberg einen Ausflug ins Dorf machten, den Umzug an.

Die Kühe der Familie Weibel aus Isenfluh, die den Sommer auf der Winteregg verbringen, führen den Umzug an. Bild: Ueli Flück
Die Kühe der Familie Weibel aus Isenfluh, die den Sommer auf der Winteregg verbringen, führen den Umzug an. Bild: Ueli Flück

Die Musikformationen Mürren, Wengen, Lauterbrunnen, Grindelwald und Bubendorf sorgten für marschmässiges Tempo, Trachtenleute schoben blumengeschmückte Wägeli (mit und ohne Kinder oder Gmües) am Publikum vorbei, die Schilthornbahn erinnerte an ihr 50-Jahr-Jubiläum und das Infernorennen daran, dass es im kommenden Januar zum 75. Mal ausgetragen werden wird. Die Hoteliers zeigten sich spendabel, schenkten Schämpis (mit «e chly Räge» drin) an die Zuschauer aus und verteilten Fondue-Versucherli (samt Kirsch). Die Schmadribach-Trychler markierten nach Samaritern und Feuerwehr wie immer den Schluss des viel beklatschten Umzugs.

In der Mehrzweckhalle, die das Publikum kaum zu fassen vermochte, eröffneten die Tambourengruppe und die Jugendmusik Lauterbrunnen das Talmusiktreffen mit den Musikgesellschaften Grindelwald, Lauterbrunnen, Wengen und der Mürren-Musig. Das Publikum war begeistert und kargte nicht mit Applaus. «Findet ein solch tolles Fest jedes Jahr statt?», fragte ein Gast aus dem grossen Kanton. «Öppa scho», meinte der Einheimische.

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