Überschuldete Wiriehornbahnen beantragen Nachlassstundung

Die Wiriehornbahnen plagen Schulden. Vier Monate bleiben ihnen, um den Konkurs noch zu vermeiden.

Wie gehts weiter am Wiriehorn? Der Betrieb rentiert nicht, die Bahnen sind überschuldet.

Wie gehts weiter am Wiriehorn? Der Betrieb rentiert nicht, die Bahnen sind überschuldet.

(Bild: Peter Rothacher)

Die Wiriehornbahnen AG im Diemtigtal sind überschuldet und haben diese Woche beim Regionalgericht Berner Oberland eine Nachlassstundung beantragt. Die zuständige Richterin hat diese provisorisch gewährt. Nun bleiben vier Monate, um den Konkurs abzuwenden.

Richterin Franziska Friedrich Hörr hat die Berner Transliq AG als provisorische Sachwalterin des Unternehmens eingesetzt, wie aus einer Publikation des Schweizerischen Handelsamtsblatts (SHAB) hervorgeht. Bis zum 5. September muss Transliq dem Gericht einen Bericht zum Verlauf der Nachlassstundung abgeben.

Mitte September soll dann eine Verhandlung zu einer allfälligen definitiven Stundung stattfinden, wie aus der SHAB-Publikation weiter hervorgeht.

Teures Leasing

Wiriehornbahnen-Verwaltungsratspräsident Erich Klauwers sagte am Samstag auf Anfrage, die Investition von knapp sechs Millionen Franken in eine neue Sesselbahn vom Tal hinauf ins Skigebiet im Jahr 2007 habe die Probleme des Unternehmens ausgelöst. Denn diese Investition wurde aufgrund der knappen Mittel der AG unter anderem mit einem Finanzleasing von lediglich zehn Jahren Dauer finanziert.

Klauwers bestätigte damit Angaben, welche die Zeitung «Der Bund» vom Samstag machte.

Bei normalen Wintern reichten den Wiriehornbahnen die Einkünfte «gerade so», um die Leasingzinsen von jährlich 375'000 Franken zu begleichen und Abschreibungen von jährlich 425'000 Franken zu tätigen, sagte Klauwers weiter. Die letzten beiden Winter seien aber schlecht gewesen und der Umsatz dementsprechend tief.

Nun brauchten die Wiriehornbahnen AG eine Bilanzsanierung. Eine sogenannte stille Sanierung - einvernehmliche Einigungen mit den Gläubigern - sei gescheitert. Deshalb sei nun die Nachlassstundung nötig. Ziel sei eigentlich gewesen, bis zum Auslaufen des Leasingvertrags im kommenden Frühling durchzuhalten. Das sei nun leider nicht möglich.

Ohne diese Last durch die Leasingzinsen könnten die Wiriehornbahnen schwarze Zahlen schreiben, zeigte sich Klauwers überzeugt. Insofern glaube er an eine Zukunft der Bahn. In zwei bis drei Wochen will das Unternehmen im Tal einen öffentlichen Informationsabend durchführen.

Bahn läuft

Die Sesselbahn befindet sich seit Anfang Mai im Sommerbetrieb. Bei gutem Wetter läuft sie - ausserhalb der Ferienzeit - an den Wochenenden, während der Ferienzeit von Mittwoch bis Sonntag.

mb/sda

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