Überraschendes von den Kunstschaffenden

Interlaken

Im Kunsthaus zeigen 21 Künstler und Künstlerinnen, wie vielfältig das Kunstschaffen im Kanton Bern und im Kanton Jura ist.

Ernst Hankes wundervolle «Prinzessinnen».<p class='credit'>(Bild: Anne-Marie Günter)</p>

Ernst Hankes wundervolle «Prinzessinnen».

(Bild: Anne-Marie Günter)

Zum Jahreswechsel ist die aktuelle Kunstszene mit der Ausstellung Cantonale Berne Jura von Pruntrut über Bern bis Langenthal an neun Orten vernetzt. Der südöstlichste Knotenpunkt dieses Netzes ist das Kunsthaus Interlaken. Hier hat die lokale Jury – Kurator Heinz Häsler, Samuel Frutiger und Martin Otth – Werke von 21 Künstlern ausgewählt. Es ist eine Ausstellung ohne Titel, denn es wurde bewusst auf eine gestalterische oder thematische geprägte Bilderauswahl verzichtet.

Die Erwartung, in einem der weissen Räume im Kunsthaus Berge zu sehen, ist in der Nähe der Jungfrau für Besucher fast selbstverständlich. Dieses Jahr ist es Hansueli Urwyler, der sie erfüllt, mit tiefen Einsichten in die bekannten Gipfel. Unglaublich scharf zeigt Fotograf Jost von Allmen die Schönheit des Grimselgebiets. Andere Berge, andere Schicksale: Im Raum, wo die Berge sind, hängt auch das Bild «Libanon 2006» von Martin Ziegelmüller, eine aufgewühlte, zerklüftete Berglandschaft.

Varianten und Variationen

Wer erwartet, dass Kunst sich mit Menschen befasst, findet ein reiches Angebot: reale, verfremdete Szenen aus dem Leben von Jerry Haenggli; menschliche Entwicklungsgeschichte, gemalt von Pat Noser in einer Bilderreihe; eine schöne Italienerin, fotografiert von Claudia Dettmar aus Inter­laken; eine Art Klassenfoto von Mingjun Luo. Und dann natürlich die minutiös mit Acryl und Farbstift gemalten Damen von Ernst Hanke. Es sind Prinzessinnen mit Hündchen und Kätzchen, nicht ganz schlank, nicht ganz jung, aber voll Heiterkeit.

«Eigers Wolkenträume» von Hansueli Urwyler. Bild: Anne-Marie Günter

Und mit was beschäftigen sich die Menschen? Zum Beispiel mit Yin und Yang, das Peter Somm mit dem Zusammenfügen von unglaublich präzisen Linien plastisch werden lässt. Oder mit verflossenen Musikwiedergabege­räten und lebendigem Efeu, unter dem Titel «Strandgut Waschweib» von Strotter Inst.al­lation (Christoph Hess) zusammengefügt. Oder mit der Vergänglichkeit. Bei Brigitte Lustenberger löst sich ein Frauenbild in Wasser langsam auf. Die Themenvielfalt ist noch weit grösser, ein Hinschauen lohnt sich.

Die AusstellungCantonale Berne Jura im Kunsthaus Interlaken ist von Mittwoch bis Samstag von 15 bis 18 Uhr, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr offen.

Berner Oberländer

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