Turner leben länger

Aeschi

Bei der Oberländischen Turnveteranen-Vereinigung wurde getagt, gewählt und in Erinnerungen gekramt.

Die ältesten Turnveteranen im Berner Oberland: Karl Müller, Meiringen (links), und Walter Hunziker, Spiez.

Die ältesten Turnveteranen im Berner Oberland: Karl Müller, Meiringen (links), und Walter Hunziker, Spiez.

(Bild: Rösi Reichen)

Hans Kummer aus Aeschi sieht gut aus auf der Bühne mit seinen Turnbändern schräg von der Schulter bis zur Taille. «Kreuze von über 40 Turnfesten und Fleisskreuze sind das», erklärt er den Schmuck. Die seien überaltert, jetzt gebe es Pins. Kummer ist Präsident der Oberländischen Turnveteranen-Vereinigung und lobt, dass Turnen die Leute fit und zwäg erhält bis ins hohe Alter, und fügt hinzu: «Aber leider auch nicht alle.» Acht Kerzen für verstorbene Mitglieder wurden angezündet und diese mit einer Schweigeminute gewürdigt.

430 Mitglieder zählt der Turnveteranenverein Berner Oberland, anwesend waren rund 120. Seit einigen Jahren gibt es auch Veteraninnen. Frauen und Männer ab 45 Jahren können Mitglied werden. Die wichtigste Aufgaben des Vereins sind die Förderung des Turnens und das Sponsoring für die Jugend. Dieses Jahr bekommen die Jugendlichen Unterstützung zum Besuch des Eidgenössischen Turnfests in Aarau.

Zwei Neue im Vorstand

An der Tagung wurde Heidi Zimmermann aus Frutigen in den Vorstand gewählt und waltet als Kassierin. Ebenfalls in den Vorstand wurde Peter Guggisberg aus Spiez aufgenommen. Die Rechnung 2018 schloss mit einem Ausgabenüberschuss von 135 Franken, das Budget 2019 rechnet mit einem Defizit von 420 Franken, was vom Vermögen problemlos aufgefangen wird. Der Jahresbeitrag beträgt 10 Franken, es darf aber auch mehr sein.

Sport und positiv denken

Der 91-jährige Karl Müller aus Meiringen war der älteste Anwesende. Eine Stelle als Buchhalter lockte ihn 1954 ins Oberhasli. In einer Urnenwahl wurde er später in Meiringen zum Gemeindekassier gewählt. Ein Kollege habe ihn 1955 zum Beitritt in den Turnverein ermutigt. Aktiv sein bis ins hohe Alter, das sei ein Geschenk. Er hat den Zyschtigsklub mitgegründet, reist, schwimmt, wandert gerne und rät zu einer positiven Lebenseinstellung.

Walter Hunziker aus Spiez ist 90 Jahre alt und liebt das Skifahren. Er «geit ga loufe», ist noch rüstig, reist gerne, hatte aber schon mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er hat Automechaniker gelernt und war in Afrika, wo er sein Wissen weitergab.

Beide wurden beschenkt und geehrt. Oft kam der Ausdruck «Weisch no, denn?» zur Sprache, lustige und andere Erinnerungen lebten auf. Ein Senior erinnerte sich an das Eidgenössische Turnfest 1955 in Zürich, wo er beim Barren eingeteilt wurde und seine Arme am nächsten Tag rot, blau und grün aussahen. Ein Veteran schätzt die Kontakte: «Das Beisammensein netter Menschen macht das Leben lebenswert.»

Gemeindepräsidentin Jolanda Luginbühl stellte die Gemeinde vor, Marc Schläpfer, der Präsident des Turnvereins, spielte einen Film vom Duathlon Aeschi ein. Musikalisch beschwingt umrahmte der Gemischte Chor Stimmix die Versammlung. Die Mädchen-, Frauen- und Volleyriege zeigte während des gemütlichen Beisammenseins ihr Können. Das Treffen 2020 findet in Leissigen statt.

Berner Oberländer

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