Iseltwald

Tunnel sicher wie noch nie

IseltwaldNach dreieinhalb Jahren Bauzeit geht in diesen Tagen der neue Sicherheitsstollen am 3,3 Kilometer langen Giessbachtunnel der A 8 in Betrieb. Die Verantwortlichen kündigen bereits weitere Arbeiten an der A 8 an.

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Montagabend um 20 Uhr: In Interlaken und Brienz schalten die Ampeln auf Rot; die Autobahn das linke Brienzerseeufer entlang wird mit einer Nachtsperre belegt. Nach einer Kontrollfahrt wird der Giessbachtunnel den Arbeitern und Ingenieuren freigegeben.

«Ziel ist es, in zwei Gruppen sämtliche Sicherheitseinrichtungen auf ihre Funktion zu überprüfen», sagt Theo Balmer. Der zuständige Bauleiter der Ingenieurgemeinschaft steht in der Zentrale West des neuen Sicherheitsstollens und bespricht mit seinen Leuten beim Briefing das Vorgehen für den nächtlichen Testlauf.

Hier drinnen herrschen angenehme drei Grad Wärme. Vom sich in der Unendlichkeit verlierenden Fluchtstollen her weht ein spürbarer Wind. «Das ist der Überdruck von 50 Pascal, der hier drinnen permanent herrscht und von zwei Ventilatoren an jedem Ende des Stollens erzeugt wird», sagt Theo Balmer.

Der sichere Weg ins Freie

Dieser Überdruck verhindert im Brandfall, dass Rauch vom Tunnel in den Sicherheitsstollen eindringt. Elf Querverbindungen – alle 300 Meter eine – sind durch grüne Schiebetüren vom Giessbachtunnel getrennt.

Mark Siegenthaler, Mediensprecher des Bundesamtes für Strassen, schaut sich den umfangreichen Funktionstest des neuen Stollens vor Ort an und erklärt: «Nur schon das Öffnen einer dieser stets unverschlossenen Türen löst eine Kettenreaktion aus: Der Überdruckventilator dreht von halber auf volle Leistung auf, das Licht im Stollen und die Blinklichter vor dem und im Tunnel schalten sich ein, und bei der Einsatzzentrale in Thun geht der Alarm ein.»

Dasselbe gilt, wenn beispielsweise ein Feuerlöscher aus seiner Halterung gehoben wird. «Ein anderes System löst Alarm aus, wenn ein Feuer oder eine Rauchentwicklung im Tunnel detektiert wird», so Siegenthaler. Auf die Steuerungselemente von Stollen und Tunnel haben die Verantwortlichen der Gebietseinheit von mehreren Standorten aus über ein spezielles Leitsystem Zugriff.

Wenn im Ernstfall Verkehrsteilnehmer den Giessbachtunnel via Sicherheitsstollen verlassen, gelangen sie am östlichen oder westlichen Ausgang zu einer luftdichten Schleuse, wo schematische Anleitungen den Weg ins Freie beschreiben.

Gesamtsanierung steht bevor

30 Jahre ist es her, dass der Giessbachtunnel und die A 8 eröffnet worden sind. Der Ersatz des bisher einzigen Querstollens in der Tunnelmitte durch den neuen Sicherheitsstollen mit elf Durchgängen war nur der Auftakt zur bevorstehenden Gesamterneuerung der A 8 am Brienzersee.

Die Vorarbeiten sind ab 2019 geplant, die Hauptarbeiten etwa in den Jahren 2021 bis 2023. Unter anderem stehen die Erweiterung der Tunnelzentralen sowie di­verse Anpassungs- und Erneuerungsarbeiten an. Ein grösserer Brocken wird die Verstärkung der Zwischendecke im Giessbachtunnel.

«Diese genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr», sagt Mark Siegenthaler. Im Fall des Brandes eines Personenwagens würde wohl nichts passieren; «aber bei einem brennenden Lastwagen, der ein Vielfaches an Energie freigibt, würde die Zwischendecke der Hitze wohl nicht standhalten und einstürzen».

Siegenthaler kündigt jetzt schon Nachtsperrungen während rund dreier Jahre an. Sicher ist auch, dass der Rastplatz Glooten östlich von Iseltwald auch während der nächsten Jahre gesperrt bleiben wird. Siegenthaler: «Dieser wird während der Gesamterneuerung als Installationsplatz benötigt.»

Hingegen hat sich die dritte geplante Nachtsperrung in dieser Woche erübrigt: Die Arbeiten wurden schneller abgeschlossen als erwartet. Von Mittwoch auf Donnerstag bleibt die A8 also normal befahrbar. (Berner Oberländer)

Erstellt: 14.02.2018, 07:58 Uhr

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