Tückischer Massenstart am Jungfrau-Minirun

Interlaken

Vor dem Jungfrau-Marathon ging es um die schnellsten Zeiten bei den Jüngsten: Der Minirun fand in verschiedenen Kategorien statt. Auch Behindertensportler starteten am Freitag.

Auf los gehts los: Der Start der Knaben Kategorie U-10 bei der Savoy-Kreuzung.

Auf los gehts los: Der Start der Knaben Kategorie U-10 bei der Savoy-Kreuzung.

(Bild: Christoph Buchs)

Die letzten Rollstuhlsportler haben bei der Savoy-Kreuzung die Kurve erwischt und rasen dem Ziel entgegen. Sofort richten Helfer in grünen T-Shirts die Strasse für das nächste Highlight her: das Minirace, das Rennen für die Jüngsten rund um die Höhematte.

Auf dem Rasen vor dem Kunsthaus gibt es Einwärmübungen. Einige Knirpsen mit Startnummern jagen voller Übermut ihren Kollegen hinterher, bei anderen ist eine gewisse Anspannung im Gesicht wahrnehmbar – und Eltern geben letzte Tipps. «Nid z schnäll drii am Aafang, dass dr Schnuuf längt bis am Schluss!»

Dann steigen allenthalben die Spannung und die Vorfreude. Die Kinder haben sich längst auf der Startlinie eingereiht. Und auf los gehts los: Ein Schuss aus der Pistole, die gewaltige Energie von hundert Halbstarken setzt sich in Bewegung.

Dass das Massenstartmanöver durchaus seine Tücken haben kann, zeigt das Rennen der U-10-Knaben, das sogleich einen ersten Massensturz verzeichnet – und erste Tränen. Aber an ein Aufgeben ist nicht zu denken. Für alle gilt: Aufstehen und weiter dem Ziel entgegen.

Medaille und Turnsäckchen

In sieben Kategorien waren Kinder beim Minirun am Freitag an der Höhematte angemeldet. Von den Jüngsten in der Kategorie Muki/Vaki, die mit ihren Eltern 200 Meter zurücklegten, bis zu den U-16-Junioren, die eine ganze Meile zu absolvieren hatten und wo durchaus um die ersten Plätze gekämpft wurde.

Interessant war, dass sich die Siegerzeiten in den Kategorien U-10 bei Knaben und Mädchen um nur gerade fünf Hundertstelsekunden unterschieden (3:33,44 Minuten bei Nico Mischler aus Unterseen, 3:33,49 Minuten bei Chiara Niederhauser aus Hondrich), während die Differenz in den Kategorien U-12 doch schon 30 Sekunden betrug.

Auch wer es nicht auf die Ehrenplätze schaffte, erhielt im Ziel eine Medaille und ein Turnsäckchen mit Erinnerungsgeschenken – und der Minirun war auch im Jahr 2018 in erster Linie ein Anlass, der für viel Spass und Fröhlichkeit bei den Kindern sorgte.

Pararace mit Frei und Hug

Neben dem Minirun stand am Freitag auch der Minimarathon auf dem Programm, ein lockeres Plauschrennen für jedermann, bei dem es 10 Prozent der Marathonstrecke – also genau 4,2195 Kilometer – rund um die Höhematte zu absolvieren galt.

Hingegen war das Pararace für Behindertensportler in seinen verschiedenen Disziplinen zum Leistungssport zu zählen, was schon nur ein Blick auf die Startlisten bestätigt: Der mehrfache Paralympics-Sieger Marcel Hug setzte sich in der Sprintkategorie deutlich durch, während Rollstuhlsport-Pionier Heinz Frei bei den Handbikern hinter Felix Frohofer aus Russikon Zweiter wurde.

Auch bei den Frauen waren bekannte Namen dabei, etwa die Krienserin Manuela Schär, die im Februar den Tokio-Marathon und am Freitagnachmittag die Sprint-Mixed-Kategorie gewann.

Resultate:www.jungfrau-marathon.ch

Berner Oberländer

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