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Triumph für Oberländer Blasmusik

Jedes Jahr treffen sich in Montreux ambitionierte Brassbands zur Schweizer Meisterschaft. Die Nachwuchsformation der Brass Band Berner Oberland feierte einen umjubelten Sieg.

Grosser Jubel bei den Junioren der Brass Band Berner Oberland mit Präsident Peter Michel (rechts neben Pokal) nach der Rangverkündigung am Wettbewerb in Montreux: Sieg in der 2. Stärkeklasse.
Grosser Jubel bei den Junioren der Brass Band Berner Oberland mit Präsident Peter Michel (rechts neben Pokal) nach der Rangverkündigung am Wettbewerb in Montreux: Sieg in der 2. Stärkeklasse.
zvg

Die Spannung war schier unerträglich letzten Samstag am späten Abend im Auditorium Strawinski, jener Konzerthalle von Weltruf in Montreux. Ein Name fehlte noch – jener der Siegerformation in der 2. Stärkeklasse. Dann die Bekanntgabe: Die Brass Band Berner Oberland Junior (BBOJ), eine Nachwuchsformation unter der Leitung von Dirigent Jan Müller, hatte es tatsächlich geschafft. Den Sieg. Und zusätzlich den Spezialpreis für das beste Tubaregister.

Lange hatte die BBOJ auf einen derartigen Erfolg warten müssen. Letztes Jahr schrammte sie mit Rang 2 nur knapp am Sieg vorbei. Diesmal wurde der klangvolle Vortrag des Wettbewerbsstücks, «Mastermind 2.0» vom Schweizer Komponisten Cédric Fuhrer, am Schweizer Brassbandwettbewerb mit dem ersten Rang belohnt.

«Mitentscheidend ist der Kitt»

Der Böniger Peter Michel, Präsident der Brass Band Berner Oberland, wertet diesen Erfolg als krönenden Abschluss nach einem tollen Jahr der Nachwuchsformation. «Natürlich hofft man immer auf ein Topresultat, aber den Sieg darf man nicht unbedingt erwarten», so Michel. Schliesslich bewege sich die BBOJ als Nachwuchsformation in einer Konkurrenz von hauptsächlich Erwachsenen. Praktisch jedes Jahr gibt es einige Wechsel in der Besetzung, wenn ältere Musiker die Band verlassen und jüngere neu dazukommen. «Mitentscheidend ist aber der Kitt innerhalb der Band», so Michel. «Der ist hervorragend, und wurde durch die Teilnahme am europäischen Brassbandwettbewerb im belgischen Ostende diesen Sommer noch gestärkt.»

Die Hauptformation der Brass Band Berner Oberland (BBO) spielt in der Höchstklasse und verzeichnete in den letzten Jahren immer wieder beachtliche Erfolge an nationalen Wettbewerben. Diesmal wollte es in Montreux nicht so recht klappen – es resultierte «nur» der 8. Rang von 11 Bands. Nach einer guten Vorbereitungszeit habe man dieses Resultat nicht erwartet, so Michel. «Aber so sind halt Wettbewerbe.» Den Sieg holte sich zum dritten Mal in Folge die Valaisia Brass Band aus dem Kanton Wallis, derzeit eine der besten Bands weltweit.

Dorfvereine profitieren

Die Brassbandbesetzung – einzig Blechblasinstrumente und Schlagzeug – stammt ursprünglich aus England, hat aber seit Jahren auch in der Schweiz eine Tradition und eine grosse Szene. Die BBO investiert viel in die Nachwuchsarbeit, sagt Peter Michel. Der technisch und musikalisch hohe Level der beiden Formationen bringe auch anderen Blasmusikvereinen etwas. «Denn die meisten unserer Musikerinnen und Musiker spielen zusätzlich in Dorfvereinen und sind dort wichtige Stützen.» Dies und beispielsweise das generell gute Abschneiden der Oberländer Bands in Montreux (siehe Kasten) sei für die Zukunft wertvoll. «Je mehr man über die Brassbandszene spricht, desto besser können Junge motiviert werden, dieses Hobby zu ergreifen», so Michel. Die beiden Formationen der BBO spielen übrigens übernächsten Sonntag, 10. Dezember, um 16 Uhr in der Pauluskirche Bern ein gemeinsames Advents­konzert.

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