Ein Fest unter dem Fujiyama

Spiez

Der Judo- und Jiu-Jitsu-Club bot an seinem 50-Jahr-Jubiläum Einblick in verschiedene fernöstliche Sportarten und in kulturelle Traditionen aus Japan.

Der Spiezer Lötschbergsaal im Japan-Look: Auf der Bühne die Jungen des Judo- und Jiu-Jitsu-Clubs Spiez.

Der Spiezer Lötschbergsaal im Japan-Look: Auf der Bühne die Jungen des Judo- und Jiu-Jitsu-Clubs Spiez.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Vor der gemalten Kulisse des ­Fujiyama im Lötschbergsaal sagte Eric Hänni: «Vielleicht habe ich auch ein wenig dazu beigetragen, dass der Club gegründet wurde.» Der Judo- und Jiu-Jitsu-Club Spiez feierte das 50-Jahr-Jubiläum, und Hänni war Ehrengast. 1964 in Tokio war Judo zum ersten Mal olympisch, und er gewann eine Silbermedaille.

Er löste damit einen Judoboom in der Schweiz aus. Kurt Hebeisen, Mitglied der ersten Stunde im 1967 gegründeten Judoclub Spiez, erinnert sich an seinen Einstieg. Er war 14-jährig und im Turnverein. Durchs Fenster im Schwingkeller Seematte sah er interessiert zu, wenn der österreichische Hotelgärtner Helmut Fürhacker mit ­einigen jungen Männern Judo übte. Er entschied sich fürs Mitmachen und ist heute noch als Nachwuchstrainer aktiv dabei.

Sport und Kultur

Peter Rotachter hat in der Jubiläumsschrift Daten aus der 50-jährigen Clubgeschichte zusammengetragen: 1984 baute der Club sein eigenes Dojo, das seither immer erneuert wurde. 1987 stieg die Kampfmannschaft in die Nati B auf. 2004 wird Clubmitglied Jonas Jenzer in Moskau ­Judoweltmeister der Gehörlosen.

Vor 25 Jahren gab es im Lötschbergzentrum eine Budo-Gala-Show. OK-Präsidentin Doris Gautschi und ihr Team haben für das Fest zur 50-Jahr-Feier, die auch wieder im Lötschbergzen­trum stattfand, ein Programm zusammengestellt, das wie damals Einblick in die fernöstlichen Sportarten gab. Besonders attraktiv waren natürlich die Shows der gut 50 Kinder und Jugendlichen aus Spiez, die zeigten, wie durchdacht der Aufbau der Kurse ist, und die Show der Karate-Kids der Karateschule Thun.

Das Besondere: Es gab nach den Shows jeweils einen Workshop für Interessierte. Dass sich unter die asiatischen Kampfsportarten auch Capoeira aus Brasilien mischte, machte das Programm nur noch etwas bunter.

Der kulturelle Aspekt

Die Spiezer Judoka mit rund 200 Mitgliedern sind ein wichtiger Bestandteil des Spiezer Vereinslebens und bereichern mit ihrem Sport aus einem andern Kul­turkreis zum Beispiel auch den Läset-Sunntig-Umzug. Vizegemeindepräsidentin Jolanda Brun­ner dankte dafür an der offiziellen Begrüssung, die musikalisch umrahmt war von Shaku­hachi, der japanischen Bambusflöte.

«Es war uns wichtig, auch die japanische Kultur einzubeziehen», sagte Clubpräsident ­Micha Blatti. Für die japanische Gartenkunst musste gar nicht so weit gesucht werden, denn bei Holz-Art GmbH aus Diemtigen werden Nadel- und Blätterbäume als Bonsai geschult. Angeboten wurden auch Workshops für Ikebana und Kalligrafie.

Das Interesse am Anlass war den ganzen Tag über gross.

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