Tonnenweise Abfall verhindert

Frutigen

Schweizweit wurde am Samstag der zweite Reparaturtag begangen. Unter den 63 Repair-Cafés befindet sich auch das Restaurant Rohrbach in Ried.

René Zimmermann aus Adelboden (links) sucht ­zusammen mit David Reichen nach dem ­Fehler in seiner defekten Kaffeemaschine.

René Zimmermann aus Adelboden (links) sucht ­zusammen mit David Reichen nach dem ­Fehler in seiner defekten Kaffeemaschine.

(Bild: Corina Kobi)

Die Idee, vor einigen Jahren in Holland ins Leben gerufen, ist einfach: «In den 63 in der Schweiz befindlichen Repair-Cafés besteht die Möglichkeit, defekte Dinge gemeinsam mit Profis zu reparieren. Die kostenlosen Reparaturveranstaltungen bieten die Möglichkeit, etwas gegen den Verschleiss von Ressourcen und die wachsenden Abfallberge zu unternehmen. Ganz nebenbei wird der Geldbeutel geschont.» So formulieren es die Initianten, die in Verbindung mit der Stiftung für Konsumentenschutz stehen.

Doch wie sieht das Konzept in der Praxis aus? Für den zweiten Schweizer Reparaturtag standen am Samstag auch die Türen des Restaurants Rohrbach in Ried, Frutigen, offen. Die mitorganisierenden David Reichen und Robert Lottenbach konnten eine grosse Zahl von Kunden empfangen und hatten neben anderen Reparaturprofis einiges zu tun.

Angeboten wurden Hilfestellungen bei Reparaturen von Holzgegenständen, Spielsachen, Elektronikartikeln, PCs und Textilien, auch das Schleifen von Messern war angesagt. Doch laut Robert Lottenbach kommen die Hilfesuchenden vor allem mit Radios und Kaffeemaschinen vorbei. «Für mich ist entscheidend, dass sich die Kunden und die Fachleute gemeinsam des Problems annehmen und versuchen, den Defekt zu beheben. Diese Hilfestellungen werden den Bittstellern auch in Zukunft zugutekommen.»

Aufgabe auch für Senioren

Diese Aussage bestätigte auch René Zimmermann aus Adelboden, der zusammen mit David Reichen seine nicht funktionierende Kaffeemaschine auseinandernahm und nach den Ursachen des Übels forschte. «Die Hilfe und die Anleitungen sind sehr gut. Wir kommen dem Problem näher, und ich bin froh, diese Gelegenheit genutzt zu haben. Ein entsprechendes Inserat gab mir den Anstoss dazu.» – «Die Reparaturprofis setzen sich tatsächlich aus Fachkräften aus den jeweiligen Berufen zusammen, aber wir beschäftigen auch einige Landwirte, die einem Nebenjob nachgehen. Für IT-Probleme steht uns ein junger Mann zur Verfügung, der über das spezielle Fachwissen verfügt», meinte Lottenbach.

Ersatzteile könnten im Repair-Café angeboten werden, andernfalls informiere man die Hilfesuchenden, wo diese bezogen werden können. Und was für Robert Lottenbach auch wichtig ist, sei die Chance für pensionierte Menschen, die ihr angelerntes Fachwissen auf diese Weise umsetzen könnten. Die entsprechenden Erfolgserlebnisse würden den Senioren sehr guttun, und der Tag sei auch mit neuen Kontakten und guten Gesprächen verbunden. Es wird sich nach dem Reparaturtag noch erweisen, ob der im letzten Jahr erzielte Schweizer Rekord gebrochen wird. Damals wurden mehr als drei Tonnen Material und über tausend Gegenstände vor dem Entsorgen bewahrt.

Berner Oberländer

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