Thuner Projekt für Interlakner Spital

Unterseen

Die Brügger Architekten aus Thun haben den Wettbewerb für ein neues Eingangsgebäude des fmi-Spitals Interlaken gewonnen. Am Montag wurde das Projekt für den 33-Millionen-Franken-Neubau vor Ort vorgestellt.

Visualisierung des Gebäudes E mit neuem Haupteingang auf der Westseite des Spitals Interlaken.

Visualisierung des Gebäudes E mit neuem Haupteingang auf der Westseite des Spitals Interlaken.

(Bild: zvg)

Das Eingangsgebäude des Spitals Interlaken ist im Wesentlichen zwischen 1905 und 1965 entstanden. Nun soll das lang gestreckte Gebäude durch einen Neubau ersetzt werden. «Wir haben eine Umnutzung geprüft», sagte Robert Zaugg, Verwaltungsratspräsident der Spitäler fmi, an der Präsentation des neuen Projektes. «Aber die Mängel beim Brandschutz, bei der Erdbebensicherheit, in der Energieeffizienz und erst recht bei den räumlichen Möglichkeiten sind so gross, dass es preiswerter ist, das alte Gebäude abzureissen und ein neues zu bauen.»

Investitionen in Zukunft

Vorgesehen sind rund 4600 Quadratmeter Nutzfläche für «spitalergänzende Dienstleistungen». Dazu gehören etwa Gesundheitsberatungen, Physiotherapie, eine Apotheke, ein medizinisches und chirurgisches Ambulatorium oder Arztpraxen ebenso wie eine Kriseninterventionsstation für psychiatrische Notfälle mit zwanzig Patientenzimmern.

Und es braucht einen neuen, übersichtlichen Haupteingang für den Neubau und die dahinter liegenden Spitalgebäude. «Der Neubau hilft uns, auch künftig effiziente, qualitativ hochstehende medizinische Leistungen für das Oberland zu erbringen», sagte Zaugg. Dafür sind die Spitäler fmi auch bereit, 33 Millionen Franken zu investieren, wie der Geschäftsleitungsvorsitzende Urs Gehrig erläuterte.

Thuner sind spitze

Gemäss den Vorschriften der Standortgemeinde Unterseen für grosse Projekte führten die Spitäler fmi einen Projektwettbewerb durch – «mit knallharten Rahmenbedingungen», wie Jurymitglied Siegfried Schertenleib erklärte. Denn die vielen unterschiedlichen Räume müssen auf relativ knappem Platz untergebracht werden. Sie müssen übersichtlich angeordnet und so erschlossen werden, dass sich die unterschiedlichen Bereiche nicht in die Quere kommen.

Zugleich müssen die «Anschlüsse» an den über Jahrzehnte gewachsenen Spitalkomplex funktionieren. Und schliesslich muss die Struktur so flexibel sein, dass sie ohne viel Aufwand veränderten Anforderungen angepasst werden kann. Die sieben Projekte, die im zweiten und letzten Durchgang eingereicht wurden, seien alle von hoher Qualität, erklärte Schertenleib. «Aber das Projekt Selenit der Brügger Architekten AG, Thun, ist klar an der Spitze» – da seien sich die Architekturfachleute und die Vertreter von Spital und Standortgemeinde in der Jury einig gewesen.

Ansprechende Visitenkarte

Das Projekt sieht einen viergeschossigen Glaskubus auf einem zweigeschossigen Sockel mit einer doppelstöckigen Eingangshalle vor. Im untersten Geschoss ist der Haupteingang geplant, der neu nach Westen ausgerichtet ist, da auch die Endstation der Buslinie ans Westende des Spitals verlegt wird. Der Haupteingang wird direkt neben dem heutigen Restaurant liegen, das an derselben Stelle bleibt. Rings um die Eingangshalle sind die öffentlichen Räume und die Durchgänge zu den anderen Spitalgebäuden angeordnet.

Der zweite Stock der Eingangshalle ist auch über einen Nebeneingang von den Parkplätzen her erreichbar und erschliesst die übrigen Stockwerke des Neubaus. «Trotz seiner Tiefe gelangt viel Tageslicht in das Gebäude», freute sich Schertenleib. Überhaupt habe das Projekt der Jury bezüglich Energieeffizienz und Ökologie insgesamt gut gefallen. Heinz Brügger sagte, sein Team habe die Herausforderung gerne angenommen, in einem engen Rahmen aus vielen räumlichen und funktionalen Vorgaben so zu planen, dass der Neubau zu einer ansprechenden Visitenkarte des Spitals werden könne.

Der Zeitplan

Die Gewinner werden den Neubau nun auch planen. Urs Gehrig rechnet für 2017 mit dem Spatenstich und 2020 mit der Einweihung. Mit dem Haus E wird die laufende Sanierungs- und Ausbauphase des Spitals Interlaken abgeschlossen.

Die eingereichten Projekte sind bis Anfang Oktober im Durchgang von der Cafeteria zum Bettenhaus des Spitals Interlaken ausgestellt und während der Öffnungszeiten des Spitals öffentlich zugänglich.

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