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Teuflische «Verstärkung» für die bösen Berggeister vom Harder

Die Riettüfel-Triber aus der Ostschweiz sind als Gastformation bei der Harder-Potscheten am 2. Januar dabei.

Samuel Günter
Schon vor zwei Jahren waren die Riettüfel-Triber zu Gast an der Potscheten und trieben auf dem Marktplatz ihr Unwesen.
Schon vor zwei Jahren waren die Riettüfel-Triber zu Gast an der Potscheten und trieben auf dem Marktplatz ihr Unwesen.
Anne-Marie Günter

Am 2. Januar steigen Geister angeführt vom Hardermannli aufs Bödeli hinab, um ihr Unwesen zu treiben. Und heuer erhalten die Potschen Verstärkung aus der Ostschweiz: Die Riettüfel-Triber aus Altstätten sind zu Gast an der Harder-Potscheten.

Die Riettüfel-Triber wurden zwar erst 2006 gegründet, berufen sich aber auf eine alte Tradition. «Festlichkeiten und Traditionen unseres Landes sind tief in der Geschichte und der Mythologie der westlichen, ja sogar der asiatischen Welt verwurzelt», schreiben sie auf ihrer Website. «Die rituellen Zeremonien bildeten eine Art Schutzbündnis mit der Natur. Das Bewusstsein, mit der Erde, den Gestirnen und den Jahreszeiten in Einklang zu stehen, begünstigte und förderte die Aktivität der Menschen, das wirtschaftliche Gedeihen, und die sozialen Bande wurden enger geknüpft.»

Man beruft sich auf die Tradition der Perchtengruppen, die vor allem im bayrisch-österreichischen Alpenland verbreitet ist. Die Riedttüfel-Triber bezeichnen sich als erste Perchtengruppe der Schweiz, weisen aber daraufhin, dass dieses Brauchtum für die Schweiz an sich nichts Neues ist. Als Beispiel dafür nennen sie gleich als Erstes die Harder-Potschete und als zweites den Ubersitz im Oberhasli.

Die Harder-Potschete ihrerseits wird seit 1955 in der heutigen Form zelebriert. «Der Ursprung der Potschete liegt zweifellos in der heidnischen Sonnenwendfeier», schreibt der Harder-Potschete-Verein Interlaken auf seiner Website. «Das Volk der Vermummten versucht mit Lärmen den bösen Geist des Winters zu vertreiben und den Weg freizumachen für die wieder länger werdenden Tage.» Der Rückzug des Hardermannlis, «das für die Gegend die vollendete Personifikation des bösen Berggeistes ist», bedeute am Abend des 2. Jänner «den Sieg des Lichts über das Dunkel der Nacht».

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