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Tagwache um drei für eine saubere Piste

Nur ein nächtlicher Grosseinsatz machte das Rennen möglich. Insgesamt wurden 4000 Tonnen Neuschnee aus der Piste geräumt.

Mitten in der Nacht beim Canadian Corner: Ein Grossaufgebot von Armee und Zivilschutz auf dem Weg zur Schneeräumung.
Mitten in der Nacht beim Canadian Corner: Ein Grossaufgebot von Armee und Zivilschutz auf dem Weg zur Schneeräumung.
Bruno Petroni

Einmal mehr fordert Petrus die Veranstalter der legendären Lauberhornrennen heraus: In der Nacht vor dem grossen Abfahrts-Renntag fallen im Dorf Wengen fünf Zentimeter Schnee. Am Hanneggschuss sind es 15 Zentimeter und an der Minschkante auf der Wengernalp gar 22 Zentimeter. Im Startbereich oben dürften es noch mehr sein.

All dieser Neuschnee muss bis zum Morgen aus der Strecke entfernt sein. Bereits um 3 Uhr nachts rücken deshalb 430 Mann von Zivilschutz und Armee mit der Wengernalpbahn aus, um die 4,5 Kilometer lange Abfahrtspiste bis zur Kontrolle durch den Internationalen Skiverband (FIS) um 8.30 Uhr vom gefallenen Neuschnee zu befreien.

Der bereits um 3 Uhr nachts hellwache Streckenassistent Martin Schmied: «Es geht darum, möglichst keine Spuren in den Neuschnee zu machen und diesen bis zur harten Unterlage hinunter mit Schneefräsen und Schaufeln in Handarbeit zu entfernen. Im obersten Teil der Strecke müssen Pistenfahrzeuge diese Aufgabe übernehmen.» Zivilschutz-Einsatzleiter Beat Balmer: «Lauberhorn ist, wenn auch wir Einsatzleiter mitschaufeln.» Sein Co-Einsatzleiter Riccardo Aeschmann nickt dazu entschlossen. Das Motto der beiden heisst: «Go hard, or go home.»

13 Tonnen pro Mann

Kleines Rechenspiel gefällig? Bei einer mittleren Neuschneehöhe von 10 Zentimetern und einer Durchschnitts-Pistenbreite von 30 Metern und der Streckenlänge von 4,5 Kilometern ergibt dies 13500 Kubikmeter Neuschnee, welche von den Räumungsequipen weg gestossen werden, was rund 4000 Tonnen entspricht. Dividiert durch die 400 Mann, räumt somit jeder etwa zehn Tonnen von der Strecke. Im Verlaufe des frühen Vormittags stossen laut OK-Chef Urs Näpflin nochmals 600 weitere Helfer dazu. Der Grosseinsatz lohnt sich einmal mehr – das Rennen ist gerettet. Petrus, go home. (bpm)

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