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Steiner wird Ski-Schweizer-Meister bei Gehörlosen

Philipp Steiner aus Rüfenacht war erfolgreichster Athlet bei den Gehörlosen über alle Disziplinen. Bei den Damen dominierte die Kroatin Rea Hraski in allen Prüfungen.

Philipp Steiner erkämpfte sich den Riesenslalom-Schweizer-Meister-Titel bei den Gehörlosen.
Philipp Steiner erkämpfte sich den Riesenslalom-Schweizer-Meister-Titel bei den Gehörlosen.
Beat Jordi

Der Deaf-Ski-Europacup ist eine Skirennserie für Gehörlose, vergleichbar mit dem Welt- respektive Europacup bei den Hörenden. Jedes Jahr werden an drei Austragungsorten je vier Rennen durchgeführt. Die Welt- und Europaspiele finden alle vier Jahre statt. Die Gehörlosen organisieren sich selber, ohne FIS- oder Swiss-Ski-Unterstützung. Der Schweizerische Gehörlosensportverband fördert die sportliche Betätigung seiner Mitglieder und finanziert beispielsweise den Trainer und die Betreuung der Athleten.

Kleine Truppe – familiärer Zusammenhalt

10 Damen und 26 Herren aus 10 Nationen – von Norwegen bis Kroatien – logierten von Freitag bis Sonntag, zusammen mit Betreuern und Angehörigen am Hasliberg. Am Start wie am Ziel der Rennen herrschte auffallende Stille; alles lief über Gebärdensprache.

Auf der Piste wurde nichtsdestotrotz mit konsequentem Einsatz gefahren. «Für die Gehörlosen stärken solche Anlässe den internationalen und trotzdem familiären Zusammenhalt», sagten der Schweizer Mitorganisator Toni Koller und Christian Lehmann, Trainer von Philipp ­Steiner.

Der 30-jährige Philipp Steiner ist ein Topathlet und erreichte schon unzählige Podestplätze. Mit Skifahren hat er erst mit 14 Jahren begonnen. «Vorher musste ich mich mit meiner Behinderung ins Leben finden und vor allem lernen zu kommunizieren», sagte er auf die Frage nach seinem Werdegang. Der ausgebildete Sanitärinstallateur arbeitet zu 100 Prozent und investiert alle seine Freizeit in den Sport. Mit leuchtenden Augen teilt er mit, dass er schon dreimal als Vorfahrer am Lauberhorn im Einsatz war.

Mit dem Gewinn des Schweizer-Meister-Titels 2017 und den Topklassierungen in der Deaf-Ski-Europacup-Wertung wolle er ab nächster Saison im Wettkampf etwas kürzertreten, erklärte er nach dem Wochenende.

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