St. Stephan lehnt Talk-Beitritt ab

St.Stephan

Weil die geplante Destinationsverdichtung ­Tourismus Adelboden-Lenk-Kandersteg (Talk) aus Sicht von St. Stephan in die falsche Richtung gehe, beabsichtigt die ­Gemeinde, nicht Vollmitglied zu werden und stattdessen einen eigenständigen Weg mit Kooperationen einzuschlagen.

St. Stephan will sich nicht an Talk beteiligen und stattdessen einen eigenen Weg gehen.

St. Stephan will sich nicht an Talk beteiligen und stattdessen einen eigenen Weg gehen.

(Bild: Fritz Leuzinger)

Nicht einmal eine Woche ist es her, dass die Verantwortlichen der neuen Tourismusorganisation Adelboden-Lenk-Kander­steg, kurz Talk, stolz verkündeten, dass die Destinationsverdichtung «einen weiteren grossen Schritt» vorangekommen sei.

Die Mitglieder der Begleitgruppe – Gemeinderäte, Vorstände der Tourismusvereine, Bahnvertreter, Hotellerie und Gewerbe im Verein Berner Oberland Mitte – hätten der Umsetzung der Des­tinationsverdichtung «gemäss weiterentwickeltem Konzept» zugestimmt, wie es in einer Medienmitteilung hiess.

Am Dienstag jedoch meldeten sich der Gemeinderat sowie der Vorstand des Tourismusvereins von St. Stephan ebenfalls per Pressemitteilung zu Wort. Darin erklären sie, dass sie das vorliegende Konzept Talk ablehnen würden und sich einen Beitritt als Vollmitglied nicht vorstellen könnten, und schreiben: «Stattdessen vielversprechender und zukunftsorientierter ist für den Tourismus in St. Stephan die Einschlagung eines eigenständigen Weges mit Kooperationen sowohl mit Talk und GST», gemeint ist GstaadSaanenland Tourismus.

Vorbei an Gästebedürfnissen

Doch was ist der Grund für diese ablehnende Haltung? Die Erklärung liefern Gemeinderat und Touristiker ebenfalls und verweisen auf die Sandwichposition von St. Stephan, das einerseits Mitglied der Destination Lenk-Simmental ist, anderseits nördlich an Zweisimmen und westlich an Saanen grenzt, die beide zur Ferienregion Gstaad gehören.

Von St. Stephan führe ein direkter Einstieg ins Skigebiet der Region Gstaad. Von den Gästen der Gemeinde würden das Simmental und das Saanenland als eine Erholungs- und Ausflugsregion wahrgenommen. Die Grenzen der neuen Destination Talk seien hingegen künstlich festgelegt worden, «ohne dabei die Bedürfnisse der Gäste und die topografischen Gegebenheiten in Betracht zu ziehen».

Berger zeigt Verständnis

Mit Talk werde St. Stephan in der unbefriedigenden Situation zwischen zwei Destinationen bleiben», schreiben die Verantwortlichen, die sich auch mit der Unterzeichnung einer gegenseitigen Absichtserklärung für eine bessere Zusammenarbeit der beiden Destinationen nicht zufriedengeben wollen. Damit seien «die Grenzen der Destinationen für unsere Gäste nicht beseitigt».

Trotz verschiedenen Gesprächen und Eingaben seien keine substanziellen Anpassungen bezüglich der Zusammenarbeit der Talk AG mit GST vorgenommen worden, lautet die Kritik aus St. Stephan. Roland Berger, Präsident der Lenk-Simmental Tourismus AG sowie des Verwaltungsrats der Talk AG, zeigt aufgrund der Sandwichsituation Verständnis für die Entscheidung aus St. Stephan, betont jedoch: «Für die Talk AG spielt das keine Rolle.» Man habe allen elf beteiligten Gemeinden den gleichen Vorschlag unterbreitet, und St. Stephan sei als Teil der Begleitgruppe in die Ausarbeitung des Konzepts eingebunden ge­wesen.

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